Vom Kfz-Brief bis zur Gebrauchsanleitung: Kein Papier vergessen

Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, sollten Sie wissen, welche Papiere Ihnen der Verkäufer beim Vertragsabschluss übergeben muss. Hier eine Übersicht:

Kfz-Brief: Die Eigentumsurkunde
Der Kraftfahrzeug-Brief weist nach, wem das Auto gehört. Wenn Sie ein Auto kaufen, muss der Verkäufer Ihnen den Brief übergeben - spätestens, wenn Sie das Auto vollständig bezahlt haben. Aus dem Kraftfahrzeug-Brief geht auch hervor, wie oft das Auto schon den Besitzer gewechselt hat. Wenn nur ein Vorbesitzer eingetragen ist, muss das aber nicht heißen, dass es auch nur einen Vorbesitzer gab. Denn wenn ein Kfz-Brief vollgeschrieben ist, dann wird eben ein neuer, ein "Ersatz-Brief" ausgestellt. Dann steht beim ersten Halter ein Datum, das später als das eigentliche Erstzulassungsdatum dieses Fahrzeuges liegt.

Verkäufer gleich Eigentümer?
Interessant am Kfz-Brief sind auch die Eintragungen zum letzten Besitzer. Schauen Sie nach, ob der Name des Verkäufers als letzter Besitzer eingetragen ist. Wenn nicht, dann ist der Verkäufer möglicherweise ein Händler, oder das Auto ist sogar gestohlen. Also auf jeden Fall nach dem Grund fragen! Außerdem sehen Sie im Kfz-Brief, wie lange der Verkäufer das Auto gefahren hat. Wenn der Zeitraum kurz ist, zum Beispiel nur drei Monate, dann könnte es sein, dass er nicht damit zufrieden war. Fragen kostet auch in diesem Fall nichts.

Kfz-Schein: Die Zulassungsbescheinigung
Kleiner als der Brief, aber nicht weniger wichtig ist der Kraftfahrzeugschein. Der Kfz-Schein ist der Nachweis, dass das Auto zum Verkehr zugelassen ist. Wenn es einen Kfz-Schein für ein Auto gibt, wird es auch beim Finanzamt und bei einer Versicherung geführt.

Breitreifen eingetragen?
Was Sie beim Kauf prüfen sollten, sind zwei Punkte. Erstens: Ist spezielles Zubehör eingetragen? Wenn am Auto Veränderungen vorgenommen wurden – also wenn zum Beispiel breitere Reifen als beim Serienmodell aufgezogen sind oder ein Spoiler angebaut wurde – dann müssen diese Veränderungen oft in den Kfz-Schein eingetragen werden. Wenn der Verkäufer das nicht getan hat, können Sie Probleme bekommen. Wenn Sie unsicher sind, dann lassen Sie den Verkäufer im Kaufvertrag bestätigen, dass keine eintragungspflichtigen Veränderungen am Auto vorgenommen wurden.

Nächster TÜV-Termin
Der zweite interessante Punkt ist der nächste Termin für die Fahrzeug-Hauptuntersuchung. Der ist nämlich nicht nur an der Plakette auf dem Nummernschild abzulesen, sondern steht auch im Kfz-Schein. Gerade bei ziemlich alten Autos, bei denen abzusehen ist, dass der Wagen die nächste Hauptuntersuchung nicht mehr schafft, ist es natürlich wichtig, ob der Termin in einem Monat oder in einem dreiviertel Jahr ansteht.

Inspektions-Scheckheft: Alle Stempel da?
In vielen Auto-Anzeigen in der Tageszeitung liest man "scheckheftgepflegt". Das bedeutet, dass das Auto in vorgeschriebenen Abständen in einer Markenwerkstatt geprüft wurde und eventuelle Mängel repariert wurden. Die Werkstatt stempelt dann normalerweise ein Inspektions-Scheckheft ab und trägt den Kilometerstand ein, bei dem die Inspektion gemacht wurde.

Seltsame Kilometerstände?
Vorsicht ist angebracht, wenn hier höhere Kilometerstände eingetragen sind, als der Tacho anzeigt. Dann hat der Verkäufer den Kilometerstand möglicherweise manipuliert. Bei älteren Autos fehlen häufig Eintragungen im Scheckheft. Das muss nicht heißen, dass es verborgene Mängel an dem Auto gibt. Denn gerade bei älteren Autos lohnen sich teure Inspektionen und Reparaturen oft nicht mehr.

Bedienungsanleitung: Nicht das Wichtigste
Die Bedienungsanleitung gehört wohl nicht zu den allerwichtigsten Unterlagen bei einem Auto. Aber ärgerlich kann es schon sein, wenn mal eine Lampensicherung durchbrennt, und man nicht weiß, welche Sicherung da hinein gehört, weil die Bedienungsanleitung nicht mehr da ist. Je älter das Fahrzeug, desto häufiger fehlt sie. Nachträglich kann sie häufig nicht mehr beschafft werden.