Kunde muss Austauschmotor nicht selbst zahlen

Die Kosten für einen Austauschmotor musste ein Gebrauchtwagenhändler aus Darmstadt übernehmen, weil ein von ihm verkaufter Wagen dreieinhalb Monate und 8.000 Kilometer später einen kapitalen Motorschaden erlitten hatte. Wie der ADAC berichtet, hatte der Käufer das fast vier Jahre alte Dieselfahrzeug mit einer Laufleistung von rund 80.000 Kilometern zum Preis von 9.700 Euro erworben.

Motorschaden nach Gebrauchtwagenkauf
Der Käufer wandte sich wegen des Motorschadens an seinen Händler und verlangte Nachbesserung. Dieser versuchte für das Fahrzeug einen günstigen Austauschmotor zu beschaffen. Als ihm das nicht gelang, gab er das Fahrzeug unrepariert an den Käufer zurück. Daraufhin ließ der Käufer über eine andere Werkstatt einen Austauschmotor einbauen. Die Kosten in Höhe von 5.107 Euro stellte er seinem Gebrauchtwagenhändler in Rechnung. Mit der Begründung, die Ursache des Motorschadens sei nicht eindeutig geklärt, weigerte sich dieser zu bezahlen. Er unterstellte dem Käufer, er habe möglicherweise vergessen, Öl oder Kühlmittel nachzufüllen, denkbar wäre auch ein Bedienungsfehler.

Kunde muss Austauschmotor nicht selbst zahlen
Das Oberlandesgericht Frankfurt sah dies jedoch anders. Nach dem Urteil vom 4. März 2005 deutet nichts auf ein Fehlverhalten des Benutzers hin. Die Lebenserfahrung spreche schlicht dafür, dass der Motorschaden im technischen Zustand des Wagens selbst angelegt war. Bedienungsfehler seien als Ursache eines so genannten Kolbenfressers unter den heutigen technischen Bedingungen nicht ernstlich in Erwägung zu ziehen. Und das Vorhandensein von Motorschäden sei bei Gebrauchtfahrzeugen gleichen Alters und gleicher Laufleistung ungewöhnlich. Da das Fahrzeug zudem nur eine Woche vor dem Motorschaden in der Inspektion war, ging das Gericht davon aus, dass der Motor ausreichend mit Schmier- und Kühlmittel befüllt war. Der Gebrauchtwagenhändler musste daher die Reparaturrechnung in Höhe von 5.107 Euro bezahlen.
(pk)