Shell und HR Biopetrolium planen eine Pilotanlage zum Anbau von Meeresalgen

Bislang brachte man Meeresalgen allenfalls mit Wellnesseinrichtungen oder japanischen Restaurants in Verbindung. Dies könnte sich bald ändern, denn Algen besitzen einen überdurchschnittlich hohen Fettgehalt und haben damit ein großes Potenzial als nachhaltiges Rohmaterial für die Erzeugung dieselartiger Brennstoffe.

Enormes Wachstum
Die Wassergewächse könnten zukünftig Grundstoffe wie Raps, Palmen oder Soja für die Produktion von Biosprit ersetzen. Ein großer Vorteil von Algen ist ihr schnelles Wachstum, sie sind in der Lage, ihre Masse mehrmals täglich zu verdoppeln und ergeben erheblich mehr Öl pro Hektar als Raps und Co. Außerdem können die Gewächse auf Küstengeländen gebaut werden, die nicht für die konventionelle Landwirtschaft geeignet sind.

Pilotanlage auf Hawaii
Der Mineralölkonzern Shell und die von Meereswissenschaftlern gegründete Firma HR Biopetrolium planen den Bau einer Pilotanlage auf Hawaii zum Anbau von Meeresalgen. In der Einrichtung mit Freiluftbecken sollen nur gentechnisch unveränderte Mikromeeresalgen angebaut werden. Nach der Ernte wird aus den Algen Pflanzenöl gewonnen, das in Biokraftstoff der zweiten Generation umgewandelt werden soll. Langfristig haben die Algenanbauanlagen das Potenzial CO2-Abgase von Industrieanlagen wie zum Beispiel Kraftwerken direkt zu absorbieren und einzufangen.

Bildergalerie: Biosprit aus Algen