Ab 900.000 Euro öffnet der Maybach sein Dach

Traditions must go on. Und die Zeit scheint reif zu sein für außergewöhnlichen Luxus. Auf dem Genfer Auto-Salon vom 6. bis 16. März 2008 präsentiert Maybach jetzt die Serienversion der spektakulärsten Luxus-Neuerscheinung der letzten Zeit: den Maybach Landaulet. Sowohl Maybach als auch Mercedes haben eine ausgesuchte Tradition, was die extrem seltene Landaulet-Bauweise angeht. Bei einem Landaulet-Fahrzeug ist der Chauffeursbereich geschlossen, während den exklusiven Plätze im Fond in Cabrio-Manier das Dach entzogen werden kann.

Wiederbelebung des Kutschen-Feelings
Die Studie zum Maybach Landaulet stellte Mercedes im November 2007 vor. Laut Hersteller waren die Reaktionen auf den Wagen derart positiv, dass man sich jetzt entschloss, den teilweise offenen Luxusliner auf Wunsch zu bauen – natürlich von Hand. Der Chauffeur hat beim Landaulet immer ein festes Dach über dem Kopf. Sein Arbeitsplatz besteht aus Glattleder und mit Klavierlack versehenen Zierteilen. Der den privilegierten Gästen vorbehaltene Fond wird mit Nappa-Leder ausgekleidet, welches auf Wunsch in farblichem Kontrast zu den billigen Plätzen im vorderen Bereich gehalten ist. Bei den Fond-Sitzen spricht Maybach von ,Ruhesitzen".

Vorne Knopf für hinten
Das große Faltdach des Landaulet lässt sich elektrisch öffnen – auf Knopfdruck durch den Chauffeur. Im Fond gibt es keine Möglichkeit, den Verdeckmechanismus zu steuern. Das Stoffdach ist mit einer Sicherheitsglas-Heckscheibe versehen und wird im geöffneten Zustand per Hand mit einer Leder-Persenning abgedeckt, die farblich auf den Innenraum des Fonds abgestimmt ist. Die Persenning mahnt den nachfolgenden Verkehr mit dem Logo ,Maybach Landaulet" – Zurückhaltung ist was anderes.

Kein Wind-Ei
Damit den werten Gästen im Fond nicht zu viel frischer Wind um die Nase weht, wurden die Kopfstützen ein wenig vergrößert. Zusätzlich fährt ab 70 km/h von der Dachkante ein zirka fünf Zentimeter tiefer Windabweiser aus, der ebenfalls störenden Fahrtwind abhält. Dieser Abweiser kann jederzeit per Knopfdruck von den Fond-Passagieren ein- und ausgefahren werden. Damit der Chauffeur auch bei geöffnetem Fahrzeugdach mit den Fond-VIPs kommunizieren kann, wird das Passagierabteil mit Telefonhörer-ähnlichen Geräten ausgestattet.

Ausstattung ohne Limit
Der Maybach Landaulet wird in den Farben Baltic Schwarz und Nevada Silber ausgeliefert. Bei der Lederausstattung stehen drei Varianten zur Auswahl, die Zierteile kommen entweder aus Karbon oder Pappelholz daher, jeweils kombiniert mit Klavierlack. Allerdings werden sämtliche Sonderwünsche des Kunden erfüllt, nach Möglichkeit ohne Mehrkosten. Aufpreise werden für Sonderlacke, spezielle Lederfarben, eine elektrotransparente Trennwand oder Zierteile aus Naturstein fällig. Die 20-Zoll-Aluminiumfelgen werden auf Wunsch in Wagenfarbe lackiert oder trowalisiert. Beim Trowalisieren wird die Oberfläche der Felge durch ein spezielles Gleitschleif-Verfahren aufgeraut.

612-PS-Basis
Der Landaulet wird aus dem Maybach 62 S mit 6,0-Liter-V12-Motor geschnitzt. Damit fährt der offene Wagen mit 612 PS und einem auf 1.000 Newtonmeter abgeregelten Drehmoment durch die Lande. Eine Luftfederung sorgt für Entspannung auf Reisen. Der Zeitraum, in dem der Landaulet geordert werden kann, ist begrenzt. Einen konkreten Endtermin nennt der Mutterkonzern Daimler aber noch nicht. Zu haben ist der Wagen ab Herbst 2008 für einen Preis ab 900.000 Euro – der interessierte US-Amerikaner muss 1,35 Millionen Dollar berappen.

Bildergalerie: Maybach Landaulet