Joint-Venture von Bosch und Samsung für Batterieentwicklung und -fertigung

Fahren wir in Zukunft alle elektrisch? Dieser Frage geht auch der Bosch-Konzern nach und gibt Einblicke in seine Pläne für die nächsten Jahre.

Zusammenarbeit mit Samsung
Mit Wirkung zum 1. September 2008 hat die Firma ,SB LiMotive Co. Ltd." im südkoreanischen Suwon die Arbeit aufgenommen. Es handelt sich hierbei um ein Joint-Venture von Bosch und Samsung SDI, einem Tochterunternehmen des südkoreanischen Samsung-Konzerns. In Suwon ist die Einrichtung einer Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen geplant, rund hundert Mitarbeiter sollen dort arbeiten. Vorrangiges Ziel der ,SB LiMotive" ist es, die Lithium-Ionen-Batterietechnologie an die Anforderungen hinsichtlich der Leistungsdichte und Sicherheit im Automobil anzupassen, um damit das rein elektrische Fahren über längere Distanzen zu ermöglichen. Vom Jahr 2011 an sollen besonders leistungsfähige und auf die Erfordernisse im Automobil zugeschnittene Lithium-Ionen-Batteriesysteme in Serie hergestellt und weltweit vermarktet werden. Über die Fertigungsstandorte für die Batteriesysteme soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Erste Serienaufträge für Hybride
Bosch arbeitet bereits seit mehr als 30 Jahren daran, Fahrzeuge elektrisch anzutreiben. Momentan verfolgt das Unternehmen vorwiegend das Konzept des Parallel-Hybrids, der sich mittels so genannter Komponentenbaukästen auf die verschiedenen Anforderungen der Hersteller und ihrer Modelle zuschneiden lässt. Nach offiziellen Angaben hat man bereits erste Serienaufträge für Benzin- als auch Dieselhybride erhalten. Aktuell arbeiten bei Bosch etwa 400 Personen an der Entwicklung und Vermarktung von Hybrid- und elektrischen Antrieben.

Hybrid als temporäre Lösung
Die Kombination von Verbrennungsmotor und Elektromaschine im Hybrid beziehungsweise Plug-In-Hybrid betrachten die Bosch-Ingenieure als Übergangstechnologie, da der technische Aufwand und das Gewicht der Technik hoch seien. Ein Konzept mit längerfristiger Perspektive ist laut Bosch der so genannte ,Range Extender", auf deutsch ,Reichweitenverlängerer". Hier dient der Verbrennungsmotor ausschließlich dem Laden der Batterie und nicht dem eigentlichen Antrieb. Damit ist weniger doppelte Technik an Bord, zudem ist so rein elektrisches Fahren über mittlere Distanzen und eine insgesamt größere Reichweite möglich.

Perspektive 2015: drei Prozent Hybridautos
Langfristiges Ziel ist die rein elektrische Fortbewegung, die mit null Emissionen des Fahrzeugs einhergeht. Die Marktreife liegt dabei sowohl in den Händen der Techniker als auch der Kunden. Die Ingenieure verbessern die Batterien hinsichtlich Energie- und Leistungsdichte, während die Kunden sich mit Reichweiten zwischen 100 und 200 Kilometern anfreunden müssen. Laut Bosch können die Hybrid-Benziner und -Diesel gegenüber konventionellen Aggregaten zwischen 25 (Benziner) und 20 Prozent CO2 (Diesel) einsparen. Allerdings geht das Unternehmen davon aus, dass im Jahr 2015 von weltweit 91 Millionen neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen lediglich drei Prozent Hybrid- und Elektrofahrzeuge sein werden. Diese Zahl könnte aber je nach Gesetzgebung und technischem Fortschritt variieren.

Dominanz des Verbrennungsmotors
Aufgrund dieser Zahlen ist man bei Bosch sicher, dass der Verbrennungsmotor auch in den kommenden 20 Jahren der dominierende Antrieb sein wird. Zukünftig werde der individuelle Mobilitätsbedarf die jeweilige Antriebsform bestimmen: Elektrofahrzeuge in Ballungsräumen, Hybride mit ,Range Extender" für mittlere Reichweiten sowie weiterentwickelte Benziner und Diesel für längere Distanzen.

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