Forschungsziel sind kompakte Batterien und Leistungselektronik

Joseph von Fraunhofer (1787-1826) machte sich als Physiker und Optiker einen Namen. Unter anderem entwickelte er wissenschaftliche Fernrohre. Auf eine ganz andere Art wird heutzutage an dem nach ihm benannten Fraunhofer-Institut Weitblick bewiesen.

Neues Hybridkonzept
Ausgangspunkt ist das Zentrum für Kfz-Leistungselektronik und Mechatronik (ZKLM) des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IILS) in Nürnberg. In der Franken-Metropole wird derzeit ein Serienfahrzeug in ein Hybridauto verwandelt. Die Ingenieure wollen damit beweisen, was Hybridtechnik leisten kann und dass sie sich auch in bestehende Fahrzeugkonzepte integrieren lässt. Der am ZKLM verfolgte Weg minimiert dabei im Gegensatz zu den auf dem Markt befindlichen japanischen Lösungen, den notwendigen Eingriff in den Antriebsstrang und bietet darüber hinaus auch noch Zusatzfunktionen wie etwa einen temporären Allradantrieb.

Viele Vorteile bei geringen Kosten
,Die vielen Vorteile für den Anwender, die - neben der Verbrauchsreduzierung - im Zuge einer Hybridisierung überhaupt erst realisierbar werden, finden leider viel zu wenig Beachtung", sagt Dr. Martin März, Leiter des ZKLM. Als Beispiele werden Standklimatisierung, aktives Fahrwerk oder eine leistungsfähige Netzsteckdose am Fahrzeug, an der sich nicht nur ein Notebook, sondern auch professionelle Elektrowerkzeuge betreiben lassen, genannt. Gleichzeitig sollen bei einer Hybridisierung gerade einmal Mehrkosten im Äquivalent einer Lederausstattung anfallen.

Technologieplattform auf Audi-TT-Basis
Ziel des Hybridfahrzeugprojekts ist die Schaffung einer offenen Technologieplattform. Auf dieser sollen alle für eine Hybridisierung erforderlichen Systeme, sowie die Integration in ein Fahrzeug als auch das Zusammenspiel unter realen Umgebungs- und Betriebsbedingungen dargestellt, untersucht und optimiert werden. Als Basisfahrzeug hat man einen Audi TT herangezogen, der sich durch ein besonders leichtes Aluminium-Chassis auszeichnet. Zur Fahrzeugauswahl erklärt März: ,Unsere Spezialität ist es, Leistungselektronik so kompakt zu bauen, dass diese sich auch in Serienfahrzeugen mit sehr beengten Platzverhältnissen - und sogar in einem
Sportwagen - unterbringen lässt". So ist der Elektromotor in der Mitte der Hinterachse positioniert.

Langfristige Planung
Was die Wissenschaftler des ZKLM an Technologien und Komponenten für unsere Hybridplattform entwickeln, soll langfristig auch für reine Elektrofahrzeuge von größter Bedeutung sein. Neben der Leistungselektronik für das Energiemanagement und die elektrischen Antriebe wird im Rahmen des Projekts außerdem ein fahrzeugtaugliches Energiespeichermodul auf der Basis von Lithium-Polymer-Akkumulatoren entwickelt.

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