Smart-Konkurrent mit Frontmotor soll Ende 2008 auf den Markt kommen

Überfüllte Innenstädte sind in Japan schon seit vielen Jahren zu einem ernsthaften Problem geworden. Deshalb sind im Land der aufgehenden Sonne schon seit langem Kleinstwagen beliebt. So genießen Kraftfahrzeuge, die bis maximal 660 Kubikzentimeter Hubraum aufweisen, steuerliche Vergünstigungen. Solche Autos heißen in Japan ,Kei-Cars" oder auch ,K-Cars". Sie dürfen neben dem Maximalhubraum nicht länger als 3,40 Meter sein und nur eine maximale Breite von 1,48 Meter aufweisen. Gesetzlich ist auch die Höchstleistung auf 64 PS beschränkt.

Smart-Konkurrent aus Japan
Für Toyota ist der Erfolg des Smart in Europa Grund genug, bald mit einem eigenen City-Flitzer unterhalb des Aygo auf Kundenfang zu gehen. Auf dem Genfer Auto-Salon vom 6. bis zum 16. März 2008 feiert die Serienversion des iQ genannten Kleinstwagens ihre Weltpremiere. Optisch orientiert sich das Fahrzeug an der gleichnamigen Konzeptstudie, die im September 2007 auf der IAA in Frankfurt gezeigt wurde. Mit einer Gesamtlänge von 2,98 Meter bleibt der kleine Toyota unter der magischen Drei-Meter-Grenze, liegt aber noch über dem 2,70 Meter kurzen Smart.

Karosserie mit Sympathiefaktor
Für Bequemlichkeit und ausreichend Fahrkomfort im iQ soll sein Radstand von genau zwei Meter und die Höhe von 1,50 Meter sorgen. Trotz der kompakten Abmessungen soll das Design des iQ Dynamik und Stabilität ausstrahlen, eine Anmutung die Toyota als ,J-Factor" bezeichnet. Auffallend ist die hohe Seitenlinie des iQ. Eine breite Kühlluftöffnung im Stoßfänger scheint den Betrachter anzulächeln. In den Radhäusern finden sich 16-Zoll-Leichtmetallräder.

Modernes Design im Innenraum
Auch im Innenraum findet das zweckmäßig-moderne Design seine Fortsetzung. Optisch auffällig ist die frei tragende, V-förmige Mittelkonsole, welche die asymmetrische Armaturentafel dominiert. An der Spitze des V befindet sich das Bedienelement für die Klimaanlage. In den Armen des V sind die Regler für die Heizung sowie ein LCD-Display für die Lüftungsfunktion untergebracht. Das ebenfalls vorhandene 5,8-Zoll-Touchscreen-Display des Navigationssystems befindet sich ganz oben auf der Mittelkonsole, ebenso wie eine Bluetooth-Schnittstelle und ein USB-Anschluss. Das Lenkrad ist im iQ unten abgeflacht, um dem Fahrer mehr Beinfreiheit zu verschaffen. Eine Kombination aus Braun-, Schwarz- und Lilafarbtönen soll dem Innenraum eine interessante Note verleihen.

Platz für maximal vier Personen
Im Gegensatz zum zweisitzigen Smart sollen bis zu vier Personen im iQ Platz finden. Toyota spricht von einer 3+1-Sitzkonfiguration. Möglich wird das durch eine Rücksitzbank. Um dort einem dritten Erwachsenen Raum zu bieten, kann der Beifahrer seinen Sitz ganz nach vorne schieben. Dennoch soll er laut Toyota keinen Mangel an Bewegungsfreiheit haben. Hinter dem Fahrersitz können dann ein Kind oder zusätzliches Gepäck untergebracht werden. Schlanke Rückenlehnen sollen den rückwärtigen Passagieren 40 Millimeter mehr Beinfreiheit bescheren. Dank der geteilt umlegbaren Rücksitzbank ist es aber auch möglich, bei einer Belegung mit zwei Personen viel Gepäck unterzubringen.

Konstruktive Details zum Platz sparen
Neben der speziell geformten Armaturentafel kommen beim iQ weitere technische Details zum Einsatz, um das Raumangebot zu vergrößern. Dazu zählen ein flacher Unterflur-Tank, eine extrem kompakte Heizungs- und Lüftungseinheit und ein kompaktes Lenkgetriebe. Darüber hinaus soll ein neu entwickeltes Differenzial Platz im Motorraum sparen und den vorderen Überhang möglichst kurz halten. Der iQ wird im Gegensatz zum Smart einen Frontmotor besitzen. Toyota betont, dass auch der kurze iQ auf eine Fünf-Sterne-Wertung beim EuroNCAP-Crashtest hin konzipiert ist.

Produktion ab Ende 2008
Die Fertigung des iQ soll Ende 2008 beginnen, Toyota erwartet für das erste volle Produktionsjahr eine weltweit hohen Nachfrage und plant den Bau von 100.000 Autos im Jahr. Unklar ist noch, welche Motoren der Winzling bekommen wird. Toyota spricht von zwei Benzinern und einem Diesel, die angeboten werden sollen. In der emissionsgünstigsten Motorisierung soll der CO2-Ausstoß bei etwa 100 Gramm pro Kilometer liegen. Angesichts der Größe dürfte ein Hybridantrieb eher ausscheiden, zumal dieser den Preis stark verteuern würde.

Motoren aus dem Aygo?
Wahrscheinlicher ist der Rückgriff auf Motoren aus der Toyota-Aygo-Familie, die im Verbund mit Citroën und Peugeot gefertigt werden. Hier stünden ein 55 PS starker Diesel und ein Benziner mit 70 PS Leistung bereit. Möglich wäre aber auch die Übernahme eines 660-Kubikzentimeter-Aggregats aus Japan. Über die Preise hüllt sich Toyota noch in Schweigen, sie dürften ab etwa 12.000 Euro beginnen.

Toyota iQ: Smarte Idee