Marktstart mit vier Modellen in Deutschland ab 2009

Seit Jahren versucht Toyota mit seiner Nobelmarke Lexus in Europa Fuß zu fassen, doch über den Exotenstatus hat es das Label hierzulande nicht hinausgebracht. Dagegen läuft das Geschäft in den USA in ganz anderen Größenordnungen ab. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist seit 20 Jahren auch noch eine andere japanische Luxusmarke aktiv, nämlich Infiniti aus dem Hause Nissan. Wenn Infiniti auch drüben nicht so erfolgreich wie Lexus ist (die Marke beherrscht mit BMW, Cadillac und Mercedes die Oberklasse), sieht nun Carlos Ghosn, der Präsident von Nissan, die Zeit dafür gekommen, dass seine Luxusbabies zum Sprung über den großen Teich nach Europa ansetzen.

Weltpremiere für SUV-Coupé FX50
Die europäische Infiniti-Premiere stieg anlässlich des Auto-Salons in Genf 2008. Am Abend des ersten Pressetages, am 4. März, lud die Marke in eine große Fabrikhalle in der Nähe des Messegeländes, die zur Eventbühne umgebaut war. Wir waren für Sie dabei. Absoluter Star des Abends neben Carlos Ghosn war der Infiniti FX50, der an diesem Tag sogar seine Weltpremiere hatte. Sein Vorgänger schuf die neue Kategorie von sportlichen SUV-Coupés, die jetzt auch BMW mit dem neuen X6 besetzen will.

Boutiquen anstatt Autohäuser
Infiniti-Kunden sind laut Ghosn Menschen, die Wert auf ein frisches Design, hohe Qualität und souveräne Leistung legen. Sie folgen keinem Herdentrieb und wollen ihre eigenen, individuellen Erfahrungen machen, so der Nissan-Präsident. Doch nicht nur die Autos sollen anders sein, sondern auch die dazugehörigen Autohäuser. Dabei will die Marke klein anfangen und eher Luxus-Boutiquen aufbauen als normale Autohäuser. In den kommenden zwölf Monaten sollen in 15 europäischen Ländern 25 Center eröffnen – vor allem in Ballungsräumen -, bis 2010 sollen 80 Center entstehen. Der Start in Deutschland soll aber erst 2009 erfolgen.

Luxus steht im Vordergrund
Infiniti startet mit vier Modellen, die nach den Worten von Ghosn sorgfältig auf europäische Vorlieben abgestimmt seien. Materialwahl und Verarbeitung der ausgestellten Fahrzeuge machten schon mal bei unseren ersten Sitzproben einen guten Eindruck, wenn auch die bei allen Modellen ähnlichen Cockpits auf den ersten Blick mit recht vielen Schaltern überfrachtet sind und ein wenig altbacken wirken. Auch ist das Platzangebot in den G-Modellen nicht gerade überwältigend und das Coupé bietet nur einen kleinen Kofferraum. Im Gegensatz dazu ist der neue FX sehr geräumig.

Moderne technische Ausstattung
Immerhin verfügen alle Modelle über einen "Around-View-Monitor", einen intelligenten Bremsassistenten, eine aktive Vierrad-Lenkung, Siebenstufen-Automatikgetriebe und spezielle Lacke, die gegen Kratzer schützen sollen. Zum Einsatz kommt in der G37-Limousine und im G37-Coupé sowie im allradgetriebenen Crossover EX37 ein 3,7-Liter-V6-Motor, im FX50 sogar ein Fünfliter-Achtzylinder mit 390 PS sowie 500 Newtonmeter Drehmoment. Die künftigen Preise der vier Modelle stehen noch nicht fest.

Diesel und Hybrid folgen
Zu künftigen Sprit sparenden Modellen und den in Europa auch in der Luxusklasse mittlerweile beliebten Dieselmotoren sagte Ghosn lediglich, dass im Zuge einer stärkeren Marktdurchdringung das Motorenangebot ab dem Jahr 2010 um "modernste Diesel- und Hybridantriebe" erweitert werden soll.

Infiniti für Europa