Studie soll das sportliche Potenzial der Brennstoffzelle aufzeigen

Malvern Link (Großbritannien) / Genf (Schweiz), 7. März 2008 – Der britische Traditionshersteller Morgan ist weitläufig bekannt für seine puristischen Roadster, deren tragendes Teile seit Jahrzehnten aus Holz bestehen. Umso überraschender ist daher nun jenes Gefährt, dass die Engländer auf dem Genfer Salon Anfang März 2008 präsentieren. Das so genannte ,Life Car" wirkt wie aus einem Science-Fiction-Film entsprungen und soll klassisches Morgan-Design mit modernster Technik verbinden.

Futuristische Optik
Das Aussehen des Life Car erinnert an die Fahrzeuge in Film-Meisterwerk ,Metropolis" aus dem Jahr 1927. Diese Assoziation kommt nicht von ungefähr: Die Frontpartie greift klassische Morgan-Stilelemente auf, die ihre Tradition in den 30er Jahren haben. Dazu gehören der typische Hufeisengrill und ausgestellte Scheinwerfer. Die lange Motorhaube mit Lüftungsschlitzen wirkt so, als könne man sie links und rechts öffnen. Auffallend ist auch das Heck des Life Car. Ein langes, mit einer Sicke versehenes Blechdach fällt in einer fließenden Form zum hinteren Fahrzeugende hinab, ein Heckfenster gibt es nicht. Im Innenraum findet sich die fließende Form in den aus einem Stück bestehenden Sitzen wieder.

Gemeinschaftsprojekt mehrerer Firmen
Unter der markanten Motorhaube befindet sich allerdings kein klassischer Verbrennungsmotor, sondern High-Tech in Form einer Brennstoffzelle. Hintergrund für den besonderen Antrieb ist eine finanzielle Beteiligung des so genannten ,Technology Strategy Board", welches von der britischen Regierung etabliert worden ist, um Forschung und Entwicklung neuer Technologien und deren Vermarktung zu fördern. Neben Morgan, die für den Fahrzeugaufbau verantwortlich zeichnen, stammt das Designkonzept von der Firma RiverSimple, die elektrischen Antriebe wurden an der Universität von Oxford entwickelt. An der Entwicklung des Antriebsstrangs beteiligte sich die Universität Cranfield, die Brennstoffzellentechnik stammt von der Firma Qinetiq und Linde steuert das Betankungssystem bei.

Modernste Wasserstofftechnologie an Bord
Nach der Betankung mit Wasserstoff wird dieser durch eine 4-Stack-Brennstoffzelle mit PEM-Technologie in elektrische Energie umgewandelt. PEM steht dabei für eine Protonen-Austausch-Membran, auf englisch ,Proton Exchange Membran", die in einer Niedertemperatur-Brennstoffzelle zum Einsatz kommt. Die Betriebstemperatur einer solchen Zelle liegt zwischen 60 und 80 Grad Celsius. Im Fall des Morgan werden 22 Kilowatt elektrische Energie erzeugt, als Restprodukt fällt nur Wasserdampf an. Der Wirkungsgrad der Brennstoffzelle soll 45 Prozent betragen, womit er über dem eines klassischen Verbrennungsmotors läge.

Von 0 auf 100 km/h in unter sieben Sekunden
Die elektrische Energie wird an vier Elektromotoren abgegeben, von denen je einer einem Rad zugewiesen ist. Durch Nutzung der Bremsenergie wird Energie durch Rekuperation zurückgewonnen und wieder eingesetzt, wenn schnell beschleunigt werden soll. Laut Morgan kann bis zu 50 Prozent der gespeicherten Bewegungsenergie wiederverwendet werden. Die Leistungsdaten des Life Car beeindrucken: Umgerechnet soll der Kraftstoffverbrauch 150 Meilen pro Gallone (mpg) betragen, was 1,88 Liter auf 100 Kilometer entspräche. Die Herstellerfirma verspricht ein Geschwindigkeitspotenzial von bis zu 137 km/h und eine Reichweite von zirka 400 Kilometer. Ob und wann das Life in Serie produziert werden wird, ist noch nicht abzusehen. Morgan glaubt aber richtig zu liegen, da sich die Wahrnehmung in der Welt der Motoren in den nächsten zehn Jahren ändern wird.

Bildergalerie: Morgan-Studie Life Car