Autohersteller zeigt fünf Modelle und strebt Markteinstieg in Europa an

Im Jahr 2007 gab mit Brilliance der erste Automobilhersteller aus China sein Debüt auf dem Genfer Auto-Salon. 2008 präsentiert sich mit BYD nun eine zweite Marke aus dem Reich der Mitte auf der bedeutendsten Automobilmesse des Jahres und stellt dort fünf verschiedene Modelle vor.

Ziel: Nummer eins unter den Chinesen
BYD bewirbt seine Marke mit dem Slogan ,Build Your Dreams". Die drei Buchstaben sind aber keine Abkürzung für diesen englischsprachigen Leitspruch, sondern es handelt sich vielmehr um die ersten Buchstaben des chinesischen Firmennamens. Das Unternehmen wurde 1995 gegründet, startete zunächst mit der Produktion von Batterien und stieg 2003 durch die Übernahme des staatlichen Automobilproduzenten Tsinchuan in die Entwicklung und Produktion eigener Fahrzeuge ein. Der Autobauer hat sich selbst das ehrgeizige Ziel gesetzt, im Jahr 2015 die Nummer eins unter den chinesischen Herstellern zu sein.

Kleinwagen F1
Fünf verschiedene Modelle stellt BYD in Genf vor, vier Benziner und ein Hybridauto. Einstiegsfahrzeug ist der F1. Mit einer Länge von 3,46 Meter ist der Viertürer in etwa so groß wie ein Citroën C1. Als Antrieb steht ein 68 PS starker Einliter-Vierzylinder-Motor zur Verfügung. In der Kompaktklasse angesiedelt ist der F3. Die 4,53 Meter lange Limousine verfügt serienmäßig über ABS, Fahrer- und Beifahrerairbag sowie einen elektronischen Diebstahlschutz. Im Innenraum gibt es ein Armaturenbrett mit Holzimitation, ein CD-Kassettenradio und eine manuelle Klimaanlage. Ein höhenverstellbares Lenkrad, eine Mittelarmlehne und ein Lederschaltknauf komplettieren die Ausstattung. Unter der Motorhaube steckt ein 1,6-Liter-Aggregat von Mitsubishi, das 100 PS leistet und den F3 über 170 km/h schnell machen soll.

F3 auch mit Hybridantrieb
Den F3 gibt es auch in einer Variante mit Hybridantrieb. Der F3DM besitzt einen so genannten Dual-Mode-Hybrid, bestehend aus einem 68 PS starken Einliter-Benzinmotor und einem vollwertigen elektrischen Antriebssystem mit Batterie. Diese kann entweder an einer speziellen Elektrotankstelle oder auch zu Hause über eine herkömmliche 220-Volt-Steckdose aufgeladen werden. Dank der Leistungssteigerung des Elektromotors erzielt der DM ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter. Im elektrischen Antriebsmodus soll der F3DM eine Reichweite von über 110 Kilometer haben. Vervollständigt wird die F3-Familie vom fünftürigen F3R mit großer Heckklappe. Mit 4,32 Meter ist er über 20 Zentimeter kürzer als die Stufenheck-Variante. Der Motor mit 1,5 Liter Hubraum stammt wiederum von Mitsubishi und leistet 106 PS. Der Kofferraum des Kompakten bietet Platz für 360 Liter Gepäck.

Topmodell F6
Der F6 ist das Topmodell der chinesischen Marke. Die Mittelklasse-Limousine ist mit 4,85 Meter immerhin genauso lang wie eine Mercedes E-Klasse.
Die Serienausstattung beinhaltet einen Zweizonen-Klimaanlage, elektrisch verstellbare Sitze für Fahrer und Beifahrer, ein Multimedia-Center mit Navigationssystem, elektrisch beheizbare Außenspiegel und eine elektronische Einparkhilfe. Als Motorisierung stehen zwei Aggregate zur Wahl: Der von BYD selbst entwickelte Vierzylinder-Benziner mit zwei Liter Hubraum leistet 140 PS und ist mit einem Fünfgang-Getriebe kombiniert. Alternativ gibt es noch einen 2,4-Liter-Benziner von Mitsubishi mit 165 PS, der den F6 bis zu 220 km/h schnell machen soll.

Europäischer Markteintritt offen
Nachdem sich BYD im Januar 2008 auf der Detroit Auto Show für den US-Markt präsentierte, dient der aktuelle Auftritt in Genf vornehmlich dazu, die Reaktionen der europäischen Automobilbranche zu testen. Wann und wie ein Markteintritt in Europa vonstatten gehen könnte, hat der chinesische Hersteller aber noch nicht entschieden.

Bildergalerie: Premiere für BYD