Mit 75 TDI-PS und 27 Elektropferden: 3,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Volkswagen mit einem Dreizylinder-TDI Verbrauchswerte um drei Liter auf 100 Kilometer erreicht. Bereits 1999 brachten die Wolfsburger mit dem Leichtbau-Zwerg Lupo 3L das erste serienmäßige Dreiliterauto auf den Markt. Trotz fehlendem Partikelfilter schaffte der VW-Winzling als erster Diesel überhaupt die Euro-4-Abgasnorm und produzierte bescheidene 81 Gramm CO2 pro Kilometer. Bei der Planung des jüngsten Wolfsburger Sparmobils galten ähnlich strenge Vorgaben: Weniger als 90 Gramm CO2 sollte die TDI-Hybrid-Studie auf Golf-5-Basis pro 1.000 Meter in die Umwelt pusten. Nach eigenen Angaben haben die VW-Mannen dieses Ziel auch erreicht: Bei einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 Liter auf 100 Kilometer soll der Öko-Golf 89 Gramm Treibhausgas pro Kilometer produzieren und die strenge Euro-5-Norm erfüllen.

Keine Leichtbau-Kapriolen
Anders als sein sparsamer Vorfahre erreicht der Golf diese Werte nicht über kostenintensive Leichtbaumaßnahmen. Stattdessen setzt der TDI Hybrid auf einen kombinierten Diesel-Elektroantrieb und intelligentes Energiemanagement. Für den Antrieb sind ein Dreizylinder-TDI mit Common-Rail-Einspritzung, 1,2 Liter Hubraum und 75 PS sowie ein Elektromotor mit 27 PS zuständig. Letzterer fungiert nicht nur als Antrieb, sondern auch als Anlasser und Lichtmaschine. Hybrid-typisch lädt er im Schiebebetrieb eine Nickel-Metall-Hydrid-Batterie auf, die im Kofferraum des Golf untergebracht ist. Bremsenergierückgewinnung sowie eine Start-Stopp-Automatik wirken zusätzlich der Energieverschwendung entgegen. Mit dem neuen Siebengang-DSG schließlich verfügt die Golf-Studie über das – laut VW – derzeit modernste und effizienteste Getriebe weltweit.

Mehr Schlupf
Ähnlich wie der Golf BlueMotion kommt auch der TDI Hybrid mit einer überarbeiteten Außenhaut daher. Für die aerodynamische Verbrauchsoptimierung greifen die VW-Techniker auf bekannte Teile zurück. So trägt die Studie beispielsweise die lackierten Front- und Heckanbauteile des Golf GTI Edition 30. Zusätzlich sorgen ein individueller Kühlergrill, der optimierte Querschnitt der Lufteinlassflächen und ein tiefer gelegtes Fahrwerk für mehr Windschlüpfigkeit. Und auch im Inneren bekennt sich der Golf TDI Hybrid zu Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. So bestehen etwa die Sitzmittelbahnen aus recyceltem Polyester und die Bezüge der Wangen aus einem neuartigen Stoff, der aus Lederverschnitt gewonnen wird. Als optischen Öko-Gag schließlich verbaut VW in der Golf-Studie Zierleisten aus dem schnell nachwachsenden Rohstoff Bambus.

Schon bald in Serie?
Die Chancen auf eine Serienproduktion der Umwelt-Studie stehen offenbar sehr gut. VW formuliert es so: ,Noch ist der in Genf gezeigte Golf TDI Hybrid eine Studie. Doch dabei wird es nicht bleiben." So wie er in Genf steht – nämlich als Golf 5 – wird der Spritsparer aber sicher nicht vom Band laufen. Angesichts des bevorstehenden Modellwechsels im Herbst 2008 wird es wohl frühestens den Golf 6 mit Diesel-Elektroantrieb geben.

VW Golf TDI Hybrid