Zwei Sondermodelle feiern das 30-jährige Jubiläum des Geländewagens

Kantig, robust, unverwüstlich: Das Mercedes G-Modell hat es längst zum lebenden Klassiker gebracht. Mit einer Laufzeit von inzwischen 30 Jahren ist der Geländewagen die mit Abstand dienstälteste Baureihe in der Geschichte des Hauses Mercedes-Benz. Auch weltweit liegt der G mit seinen drei Dekaden in den Top Ten der serienmäßigen Legenden.

Zwei Sondermodelle zum Geburtstag
Anlässlich des runden Jubiläums bringt Mercedes zwei Sondermodelle des G an den Start, deren Unterschiede zeigen, wie vielfältig sich die Baureihe mit der Zeit entwickelt hat. Das Sondermodell ,Edition30.Pur" soll deutlich machen, dass die G-Klasse von Anfang an für schwerstes Gelände konzipiert wurde. Technische Basis ist der G 280 CDI der Baureihe 461. Im Gegensatz zur komfortorientierten 463-Baureihe setzen die ,461er" auf Nutzwert und besitzen bis heute die kantige Frontpartie des Ur-G von 1979. Der ,Edition 30.Pur" ist nur als ,Station Wagen lang" (so die offizielle Mercedes-Diktion) erhältlich und soll sich an Weltenbummler, Expeditionsleiter und Fans richten.

Noch mehr Offroad auf Wunsch
Um wirklich überall voranzukommen, bietet Mercedes für den ,Edition30.Pur" zwei Offroad-Pakete an. Dort sind unter anderem elastische Kotflügelverbreiterungen, Schutzgitter für Scheinwerfer und Lampen oder eine begehbare Motorhaube zur besseren Zugänglichkeit des optionalen Dachgepäckträgers. Im Innenraum gibt es dann vier mit strapazierfähigem Stoff oder Kunstleder bezogene Einzelsitze und Wasserablauföffnungen im Fußraum. Stets serienmäßig ist ein Laderaum mit Holzboden und eine manuelle Klimaanlage.

Sondermodell mit Komfort
Für die Luxusfraktion wird das Sondermodell ,Edition30" auf Basis der Baureihe 463 aufgelegt. Das als G 500 ,Station Wagen lang" lieferbare Modell hat einen V8 mit 5,5 Liter Hubraum unter der Haube. Äußerlich unterscheidet sich der ,Edition30" durch eine Speziallackierung in platinschwarz und speziell gestalteten Alufelgen von seinen Artgenossen. Im Innenraum gibt es edles Leder und Holzzierteile in Pappel anthrazit. Das alles hat seinen Preis: Der ,Edition30" kostet 97.461 Euro, für den ,Edition30.Pur" möchte Mercedes 59.381 Euro haben.

Die unendliche Geschichte
Die Entwicklung des G-Modells beginnt im Jahr 1972 mit einem Kooperationsvertrag zwischen Daimler-Benz und Steyr-Daimler-Puch in Graz. In Österreich wird der G übrigens bis heute unter hohem Anteil von Handarbeit hergestellt und auf einigen Märkten unter dem Namen Puch angeboten. Ein Aspekt bei der Entwicklung war, dass es möglich sein sollte, die Karosserie überall auf der Welt einfach reparieren zu können. Dadurch bekam das G-Modell seine geradlinige, kantige Form. Zum Marktstart im Jahr 1979 sind vier Motorvarianten lieferbar, sie reichen vom 240 GD mit 72 PS bis zum 280 GE mit 185 PS. Die Aufbauten reichen vom Cabrio bis zum ,Station Wagen" mit kurzem und langen Radstand. Später kommen auch ein Kastenwagen und ein Pick-up hinzu, können sich aber nicht durchsetzen.

Einsatz bei Sport, Militär und Kirche
1983 stellte das G-Modell mit Jacky Ickx am Steuer seine Geländequalitäten auf der Rallye Paris-Dakar unter Beweis, der Belgier belegt Platz eins. Besonders beim Militär war und ist der G beliebt: Unter dem Namen ,Wolf" wurde er zur Standardausrüstung der Bundeswehr, als modifizierter Peugeot P4 diente er auch in der französischen Armee. Wesentlich friedvoller ist der Verwendungszweck des Gelände-Mercedes im Vatikan. Als ,Papamobil" mit Plexiglaskuppel rollte der Dienstwagen von Papst Johannes Paul II. jahrelang über den Petersplatz in Rom. Auch sein Nachfolger Benedikt XVI. setzt auf ein G-Modell in der passenden Farbe ,mystikweiß". Im Jahr 1989 erfolgte eine große Zäsur in der Geschichte des G: Die Modellfamilie wurde in die nutzwertorientierte Baureihe 461 und die komfortbetonte Baureihe 463 aufgeteilt. Letztere wird bis heute verbessert, im Topmodell G 55 AMG sorgen 507 PS für Vortrieb.

Noch längst kein Auslaufmodell
Wie geht es weiter mit dem G-Modell? Diese Frage stellen sich die Fans bereits seit langem, doch Mercedes beruhigt, dass ein Ende der Erfolgsstory derzeit nicht geplant sei. Einen Fan hat der G offenbar in Dieter Zetsche gefunden: Wir haben bisher 200.000 Exemplare verkauft. Das Fahrzeug ist erfolgreicher denn je. Vielleicht feiern wir in zehn Jahren den nächsten runden Geburtstag", so der Daimler-Chef.

Jubiläum mit Kante