Bei nur 550 Kilo Gewicht besitzt das Elektroauto 175 Kilometer Reichweite

Bereits seit 1972 produziert der französische Hersteller Bellier aus Talmont-Saint Hilaire Leichtfahrzeuge wie den Opale 2, ein nur 2,78 Meter langes Kleinstauto. Die Karosserie aus Glasfasern und Polyester wiegt nur rund 400 Kilo und weist damit ideale Voraussetzungen für einen Elektroantrieb auf. So hat die in Genf ansässige Firma Auto & Energies (A&E) in Zusammenarbeit mit Bellier ein Elektroauto aus dem Opale 2 gemacht, den Opale 2E.

Zehn PS starker Elektromotor
Der 2E besitzt einen Elektromotor, der mit 80 Volt Wechselstrom betrieben wird und 7,5 Kilowatt oder zehn PS leistet. Damit ist eine Geschwindigkeit von 80 km/h möglich. Von null auf 50 km/h beschleunigt das Auto in 5,5 Sekunden. Je nach Verwendung kann der 2E mit verschiedenen Batterien ausgestattet werden, die alle etwa 80 Volt produzieren. Die Bleibatterien besitzen eine Kapazität von 84 Amperestunden (Ah). Etwas mehr, nämlich 100 Ah, passt in Nickel-Cadmium-Akkus. Die modernsten Batterien im 2E sind Lithium-Eisenphosphat-Akkus mit 100 bis 300 Ah.

Bescheidene Reichweite
Die maximale Energiemenge, die sich in diesen Akkus speichern lässt, beträgt damit nach der Formel ,Watt gleich Ampere mal Volt" etwa 24 Kilowattstunden (kWh). Den Verbrauch gibt A&E mit 13 bis 21 kWh auf 100 Kilometer an, wobei sich der niedrige Wert auf den Eco-Modus, der hohe auf den Sportmodus bezieht. Je nach Batteriepaket liegt die Reichweite laut Hersteller bei sehr bescheidenen 40 bis 175 Kilometer. Aufladen lassen sich die Batterien laut A&E in sechs Stunden.

Nur 550 Kilo Gewicht
Das Leergewicht des 2E mit Lithium-Eisenphosphat-Batterien inklusive Fahrer wird mit 550 Kilo angegeben. Das geringe Gewicht macht Kompromisse nötig. So hat das Auto nur ein bescheidenes Interieur, wie A&E zugibt. Auch die Ausstattung beschränkt sich auf ein Minimum, und in puncto Sicherheit besitzt der Opale 2E weder Airbags noch ABS. Doch genießt der Fahrer immerhin mehr Sicherheit als bei einem Zweirad, so der Hersteller.

Happig: Rund 25.000 Euro
Der Preis für den Opale 2E liegt ohne Batterien bei 29.800 Schweizer Franken, umgerechnet 19.900 Euro. Bleibatterien sind ab etwa 2.500 Euro zu bekommen, Lithium-Eisenphosphat-Akkus inklusive Ladegerät kosten etwa das Doppelte. Mit den modernen Batterien kommt man demnach auf rund 25.000 Euro.

Amortisation kaum möglich
Vergleicht man mit dem Preis des günstigsten konventionellen Autos auf dem Markt, dem Dacia Logan 1.4 für 7.300 Euro, wird deutlich, dass sich Elektrofahrzeuge derzeit noch nicht amortisieren. Bei einem derzeitigen Durchschnittsstrompreis von 14 Cent pro kWh und einem Mindestverbrauch von 13 kWh pro 100 Kilometer zahlt man beim 2E etwa 1,80 Euro auf 100 Kilometer. Das ist sehr wenig, denn beim Dacia zahlt man bei einem Verbrauch von sieben Liter auf 100 Kilometer derzeit etwa 8,50 Euro. Doch die Preisdifferenz der beiden Autos wäre erst nach über 250.000 Kilometern wieder hereingefahren.

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