Mercedes-Veredler zeigt die stärkste G-Klasse aller Zeiten

Mit den Produkten des Mercedes-Veredlers Brabus verhält es sich wie mit dem Satz ,Genie und Wahnsinn". Während den einen Zeitgenossen angesichts der krass motorisierten Fahrzeuge die Haare zu Berge stehen, geraten die Fans des Unternehmens bei jeder Neuschöpfung vollends aus dem Häuschen. Nun holen die Bottroper im Rahmen des 30. Geburtstages der Mercedes G-Klasse den ganz großen Hammer heraus und stellen den nach eigenen Angaben ,stärksten Geländewagen der Welt" auf die Räder.

Schrankwand mit Monstermotor
Der Brabus G V12 S Biturbo basiert auf der fünftürigen Variante des G-Modells. Um dem Geländewagen mit dem Cw-Wert einer Schrankwand ordentlich Beine zu machen, arbeitet unter dessen Haube ein Monstrum von Motor. Das Triebwerk basiert auf dem Biturbo-V12 aus dem aktuellen Mercedes S 600. Er ist mit serienmäßigen 517 PS schon kein Kind von Traurigkeit, doch Brabus legt noch eine Schippe drauf. Passender wäre allerdings der Begriff ,Baggerschaufel": Der Hubraum wird mit Hilfe einer speziellen Kurbelwelle mit längerem Hub sowie größerer Kolben und Zylinderbohrungen von 5,5 auf 6,3 Liter erweitert. Hinzu kommen größere Turbolader und eine speziell für den G gefertigte Auspuffanlage aus Edelstahl, mit der die Euro-4-Norm erfüllt wird.

Leistung? Ausreichend!
Am Ende der Kraftkur leistet der Zwölfzylinder 700 PS bei 5.100 Umdrehungen pro Minute. Ganz langsam zum Mitschreiben: Siebenhundert, eine Sieben mit zwei Nullen. Und noch eine Zahl lässt den Atem stocken: Bei 2.100 Touren wird ein maximales Drehmoment von 1.320 Newtonmeter erzeugt, was aber elektronisch auf 1.100 Newtonmeter begrenzt wird. Zum Vergleich: Der Audi Q7 V12 TDI kommt als Diesel auf 1.000 Newtonmeter. Den Sprint soll der Super-G in Verbindung mit einer Fünfgang-Automatik in 4,3 Sekunden erledigen. Die Höchstgeschwindigkeit des fast zwei Meter hohen Fahrzeugs ist auf 240 km/h begrenzt, unlimitiert wären 260 Sachen drin. Zum Verbrauch schweigt Brabus dezent, wahrscheinlich ist aber eine Zwei als erste Ziffer.

Extras für jeden Geschmack
Um den anderen Verkehrsteilnehmern bereits auf ersten Blick zu zeigen, was sie erwartet, weist der Brabus G V12 S Biturbo dezente Kotflügelverbreiterungen auf, unter denen Alus von 20 bis 22 Zoll Durchmesser Platz finden. Die hauseigenen 21-Zöller sind mit 295er-Bereifung bestückt. Zusätzlich kommen ein Spezialfahrwerk und eine Hochleistungsbremsanlage zum Einsatz. Ein weiteres Highlight ist die Brabus-Frontschürze mit integriertem LED-Tagfahrlicht. Zu den besonderen Gimmicks zählen die beleuchteten Trittbretter. Im Innenraum gibt es ein Sportlenkrad und eine Volllederausstattung.

Einer zum Preis von dreien
Auf Kundenwunsch rüstet Brabus den G V12 S Biturbo auch zum Büro auf Rädern um und integriert ein Hightech-Multimediasystem mit LCD-Monitoren und Kommunikationstechnologie. Wer jetzt Lust bekommen hat, einmal richtig den Gelände-Hammer zu schwingen, sollte mindestens 379.000 Euro bereithalten. Für diese Summe gibt es auch drei gewiss nicht asthmatische G-55-AMG-Modelle oder die Kombination aus Bentley Continental Flying Spur plus Lamborghini Gallardo LP560-4. Weltpremiere hat der rasante Geländewagen auf dem Genfer Auto-Salon vom 5. bis zum 15. März 2009.

Mehr G geht nicht