Schmales Gefährt mit Elektromotor soll Vorteile in der Stadt bringen

Die Hälfte aller Fahrten mit dem Auto sind kürzer als drei Kilometer, 60 Prozent aller städtischen Wege werden in Personenkraftwagen bewältigt. So sieht es die französische Firma Lumeneo und nimmt die Umstände zum Anlass, sich Gedanken über ein elektrisches Stadtfahrzeug zu machen. Herausgekommen ist dabei der Smera, ein sehr schmales Gefährt mit Elektroantrieb.

80 Zentimeter Breite
Lumeneo sagt über den Smera, es handele sich um ein ,Auto mit den Abmessungen eines Rollers". In der Tat verblüfft die Optik: Einer Außenlänge von 2,40 Meter steht eine Breite von gerade einmal 80 Zentimeter gegenüber. Damit erinnert der Smera an den berühmten Messerschmitt Kabinenroller aus den 50er Jahren. Anders als dessen geschlossene Version besitzt der schmale Franzose vier Räder. Zudem ist eine besondere Technik an Bord, die das Fahrzeug bei Kurvenfahrt um bis zu 25 Grad zur Seite neigt. Damit wendet sich der Smera speziell an Rollerfahrer, die in Großstädten wie Paris in großer Zahl auftauchen und dort zwischen den Autoschlangen hindurchwuseln. Ausdrücklich weist Lumeneo im Pressetext darauf hin, dass man durch den Verkehr ,schlüpfen" könne, auch wenn die Fahrzeugdichte hoch sei.

Zwei Türen und ein festes Dach
Anders als beim klassischen Roller fahren die Passagiere im Smera wettergeschützt. Dank einer Höhe von 1,45 Meter sollen bis zu zwei Personen hintereinander Platz finden. Auf dem hinteren Sitz kann zudem ein Kindersitz montiert werden. Ist der hintere Sitz im Boden versenkt, beträgt das Kofferraumvolumen 150 Liter, sonst sind es 70 Liter. Der Einstieg erfolgt über zwei normal öffnende Türen. Die Innenausstattung ist mit Leder aufgewertet, der Fahrer wird über zentrale LED-Displays informiert. Gelenkt wird wie im Flugzeug über ein Steuerhorn, womit sich eine weitere Parallele zum Messerschmitt ergibt.

Die Kraft der zwei Elektro-Herzen
Seine Energie schöpft der Smera aus zwei Elektromotoren, die jeweils 20 PS leisten. Damit soll der Franzose in acht Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Möglich wird dies durch ein Gesamtgewicht von 350 Kilogramm inklusive Batterien. Als Energiespeicher kommen Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz, die an jeder Steckdose aufgeladen werden können. Lumeneo verspricht eine Reichweite von 150 Kilometer und einen Durchschnittsverbrauch von 7 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Woher der Strom in Frankreich kommen wird, zeigt sich beim Blick auf die Entwicklungspartner: Dort findet sich auch die französische Atomenergiebehörde CEA. Den Preis für den Smera beziffert Lumeneo mit 20.000 bis 30.000 Euro, für das Jahr 2009 ist die Produktion von 250 Exemplaren vorgesehen.

Bildergalerie: Neu: Lumeneo Smera