Volkswagen T5 und Renault Trafic: Sicherheit nicht auf allen Plätzen

Premiere im Sicherheitszentrum: Erstmals hat der ADAC die Familienmobile Volkswagen T5 und Renault Trafic einem Crashtest unterzogen. Simuliert wurden dabei Unfälle mit einem gleich schweren und gleich großen Fahrzeug als Gegner. Nach derzeit gültigem europäischen Standard rammten beide Busse mit einer Geschwindigkeit von 64 km/h die deformierbare Barriere an der Fahrerseite und mit 40 Prozent Überdeckung. Abweichend von der Norm bestückten die Tester beide Busse mit zwei zusätzlichen Dummies. Zu den sonst üblichen zwei Erwachsenen vorn und zwei Kindern hinten gesellten sich in diesem Versuch je ein Erwachsener in der zweiten und dritten Sitzreihe.

Sicher, aber sicher nicht perfekt
Mit dieser Besetzung verbrauchte der VW beim Aufprall seine gesamte Deformationszone. Laut ADAC müsste der Fahrer aufgrund heftiger Verformungen im Fußraum und blockierter Pedale mit schweren Fuß- und Beinverletzungen rechnen. Die stünden beim Renault nicht zu befürchten, allerdings verformte sich dessen Fahrertür beim Crash dermaßen, dass sie nur mit schwerem Gerät zu öffnen war. Positiver Vermerk für beide Kandidaten: Die Verletzungsgefahr für Kinder bezeichnet der ADAC als ,gering". Bei beiden kritisch hingegen sieht der Automobilclub das Beinverletzungsrisiko auf der dritten Sitzreihe. Erwachsene Passagiere müssten hier mit schweren Blessuren rechnen, da sie mit ihren Knien sehr hart gegen einen Stahlträger in der vorderen Sitzbank schlagen. Ebenfalls kritisch seien zudem bei beiden Fahrzeugen die Knieaufprallzonen für die Frontinsassen.

Unverständlich
Als merkwürdig beschreibt der ADAC die Renault-Empfehlung, in der dritten Reihe keine Kindersitze zu benutzen. Zudem sei diese Einschränkung im Handbuch missverständlich beschrieben, und im Innenraum finde sich überhaupt kein Hinweis darauf. Weitere Kritik handelt sich der Franzose dafür ein, dass er serienmäßig ohne Beifahrer-Airbag daherkommt. Mit diesem Luftsack, so der ADAC, könnte die Brustbelastung des Beifahrers deutlich reduziert werden. Der Volkswagen schließlich kassiert Rüffel für fehlende Hinweise auf die Verwendung rückwartsgerichteter Kindersitze auf dem Ko-Piloten-Sessel, sowie für den Verzicht auf einen serienmäßigen Schalter zur Beifahrer-Airbag-Deaktivierung.

Crash: Familienbusse