Edler Monoposto mit Straßenzulassung und spanischer Herkunft

Flach, breit, stark und tierisch exklusiv. Wer sich den spanischen Supersportler Tramontana auf den Leib schneidern lassen will, der sollte finanziell gut aufgestellt sein. Knapp über 600.000 Euro kostet der Rennwagen mit Straßenzulassung, der an der Costa Brava in Kleinstserie und hauptsächlich in Handarbeit entsteht. Benannt wurde das gute Stück übrigens nach einem kühlen Nordwind, der von den Bergen aus ins nördliche Spanien pfeift.

Seltener als ein Bugatti
Beim Thema Produktionszahlen degradiert der Spanier selbst den exklusiven Veyron spielend. Im Vergleich wirkt der nämlich schon fast wie ein Massenprodukt: 70 Veyrons baut Bugatti jährlich, vom Tramontana soll maximal ein Exemplar pro Monat entstehen. Letzte Zweifel an der Exklusivität räumen die Erbauer durch die ,Nummerierung" der Fahrzeuge aus. Während andere Sportwagen eine schnöde Plakette mit Produktionsnummer tragen, wird der Tramontana mit einem Vers eines katalanischen Dichters individualisiert – jeder Wagen bekommt eine andere Gedichtszeile in die Karosse geätzt. Leistungsmäßig kommt der Iberer zwar nicht ganz an den Bugatti heran, er gibt sich aber die größte Mühe. Als Kraftzentrum fungiert ein Zwölfzylinder-Biturbo mit 5,5 Liter Hubraum von Mercedes, dem die Ingenieure eine Maximalleistung von 720 PS entlocken.

Schnell genug?
Per Knopf im Cockpit lässt sich die Motorsteuerung in einen ,Spar"-Modus schalten, der die Power auf 550 PS herunterregelt. Bei einem Trockengewicht von 1.360 Kilogramm ergibt das ein Leistungsgewicht mit hohem Spaßpotenzial: Im Power-Modus muss jedes PS gerade mal 1,8 Kilogramm Auto bewegen. Damit liegt der heiße Südländer in etwa auf dem Niveau des Bugatti Veyron. Verwaltet werden all die Pferde von einem sequenziellen Sechsgang-Getriebe und einem Sperrdifferential an der Hinterachse. Ausführliche Angaben zu den Fahrleistungen lässt sich der Hersteller noch nicht entlocken. Die bisher veröffentlichten Eckdaten klingen aber realistisch: 3,6 Sekunden soll der Einbaum auf 100 Stundenkilometer benötigen. Die Höchstgeschwindigkeit beziffern die Spanier vorsichtig mit ,mehr als 300 km/h".

Crashsichere Kohlefaser
Passend zur brachialen Power kommt der Tramontana mit einer technischen Delikatesse von Aufbau daher. Die Monocoque-Konstruktion aus teurer Kohlefaser orientiert sich eng an den FIA-Vorgaben, nach denen auch die Teams der Formel 1 ihre Autos konstruieren. Für die Straßenzulassung relevante Crashtests besteht der Renner somit problemlos. Wenn man dem Hersteller Glauben schenkt, dann ist der Tramontana das Formel-1-ähnlichste Auto, das jemals auf öffentliche Straßen durfte. Fragt sich nur, was die Macher des Caparo T1 dazu sagen, dessen Optik, Aerodynamik und Technik ebenfalls stark von der Formel 1 inspiriert sind.

Auch für Paare geeignet
Den Rennwagen-Look bringt der Spanier zweifellos mit. Schon auf den ersten Blick lässt der fünf Meter lange, knapp über zwei Meter breite und gerade 1,30 Meter hohe Flitzer mit den freistehenden Rädern an den Formel-Rennsport denken. Anders als dort, aber genau wie im Formel-1-Taxi von McLaren-Mercedes, lässt der Tramontana gar zwei Glückliche gleichzeitig dem Rausch der Geschwindigkeit frönen. Wie beim zweisitzigen McLaren haben die spanischen Ingenieure den Passagiersitz hinter und über dem Piloten angebracht. Alles andere hätte den Wagen zu weit vom Ideal der schlanken Fahrmaschine entfernt. Wirklich schlank geht es im Innenraum allerdings nicht zu, denn für einen puristischen Fahrspaßgenerator ist der Spanier erstaunlich gut ausgestattet. Klimaautomatik, Rückfahrkamera, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Bluetooth-Schnittstelle und ein maßgeschneiderter Gepäcksatz sind nur einige der Annehmlichkeiten, mit denen der Tramontana seinem verwöhnten Besitzer das Leben versüßen soll.

Supersportler: Tramontana