Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur für Betrieb und Verkauf beschlossen

Wird Dänemark künftig das Land der Elektroautos? Der dänische Energiekonzern Dong Energy und das US-Unternehmen Project Better Place haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterschrieben, um dieses Ziel zu erreichen. Danach soll die CO2-Emission der dänischen Automobilflotte verringert werden und diese in großen Teilen auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden.

Aufbau einer Infrastruktur in Dänemark
Der Plan sieht vor, dass die beiden Firmen gemeinsam den Aufbau und den Betrieb der erforderlichen Infrastruktur in Dänemark mit speziellen Lade- und Batteriewechselstationen organisieren. Durch Strom aus Windkraftanlagen sollen die örtlichen Ressourcen optimal genutzt werden. Im Land werden momentan etwa 20 Prozent des Energiebedarfs aus Windkraft gedeckt, womit Dänemark eines der führenden Länder auf diesem Gebiet ist.

Steuervorteile bei Elektroantrieb
Zudem stellt die dänische Regierung Käufern von Elektroautos Steuervergünstigungen in Aussicht, was angesichts der derzeitigen Neuwagenpreise für viele Bewohner interessant sein dürfte. Zurzeit müssen die Dänen beim Kauf eines neuen Autos neben einer Mehrwertsteuer von 25 Prozent eine Abgabe von 180 Prozent des Anschaffungspreises bezahlen.

Elektrofahrzeuge von Renault und Nissan
Ab Mitte 2011 werden für diesen Zweck neu konstruierte Renault-Modelle mit reinem Elektroantrieb erhältlich sein. Die abgasfreien Fahrzeuge sollen laut Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn ,Fahrspaß bereiten". Sie besitzen Lithium-Ionen-Batterien, die zusammen mit dem Allianzpartner Nissan und dem japanischen Batteriehersteller NEC entwickelt werden.

Produktion in Israel?
Renault erwägt die Produktion von elektrischen Versionen der Modelle Mégane und Kangoo in Israel, wo Project Better Place bereits kürzlich ein ähnliches Projekt wie in Dänemark initiiert hat. Schon jetzt wurde eine aktuelle Mégane Limousine mit Elektroantrieb vorgestellt.

Verkaufskonzept wie bei Handys
Ähnlich wie bei Mobiltelefonen besteht die Absicht, die Elektroautos als solche sehr günstig oder sogar umsonst abzugeben. Grundlage hierfür ist aber ein Vertrag mit fester Laufzeit und einem Festbetrag für Wartung und ,Betankung" des Fahrzeugs.

Das "virtuelle Ölfeld"
Shai Agassi, der Vorsitzende von Project Better Place, ist davon überzeugt, ein ,virtuelles Ölfeld" aufbauen zu können und mit der passenden Infrastruktur den Kunden preisgünstige Elektroautos mit hoher Reichweite anbieten zu können. Mit ersten Installationen wird im Jahr 2010 gerechnet, laut Project Better Place befindet man sich in Gesprächen mit 30 weiteren Ländern in Europa, Asien sowie den USA.

Bildergalerie: Elektroautos für Dänemark