Italdesign treibt technische Innovationen ins Extreme

Kohlefaser-Monocoque, Aluminium, Spezialstahl und große Flächen aus Verbundglas mit UV-Filter: Daraus besteht das Konzeptfahrzeug Quaranta. Giorgio Giugiaro von der italienischen Design-Schmiede Italdesign feiert mit diesem Wagen sein vierzigjähriges Firmenjubiläum. Glaubt man Giugiaro, soll das Fahrzeug nicht weniger leisten, als die Menschheit von ihren automobilen Ketten zu befreien. Zum einen soll der Quaranta Sport-, Familien- und Geländewagen in einem sein, zum anderen bescheinigt Giuggiaro dem Wagen einen umweltfreundlicher Verbrauch.

Horizontales Gewerbe
Flach, kompakt und trotzdem groß, so kommt der Quaranta daher. Die Windschutzscheibe liegt beinahe horizontal und zieht sich bis zum Heck durch. Die Türen des Wagens bilden mit einem Teil des Daches ein Segment, sodass man einsteigen kann, ohne sich rückenverzerrend krumm machen zu müssen. Am Dach und an der Front ist die Studie mit Solarpaneelen beplankt, die insgesamt eine Leistung von 250 Watt abliefern sollen. Auf einen Kühlergrill und einen erhöhten Heckspoiler wurde zugunsten einer guten Aerodynamik verzichtet.

Hier wird getastet
Besonders stolz ist man bei Italdesign auf das funktionsschwangere Lenkrad: Sämtliche Aufgaben der Fahrzeugbedienung sollen sich per Knopfdruck am Volant erledigen lassen. Die klassischen Lenkstock-Hebel zur Aktivierung von Blinker oder Scheibenwischer sind verschwunden. Der Fahrer des Quaranta sitzt vorne allein in der Mitte – der weggefallene Mitteltunnel machts möglich. Hinter dem Fahrer sitzen rechts und links die Beifahrer, zwischen denen auch noch ein Platz für ein Kind ist. Ein bisschen erinnert diese Konfiguration an die Sitzaufteilung im McLaren F1, wobei dieser halt den Kindersitz nicht hatte.

LEDs, Kameras und Nachtsichtgerät
Eine auf zwei Ebenen aufgeteilte, umfangreiche Instrumentierung soll den Mann am Steuer stets auf dem Laufenden halten. Die Zweiteilung kennen wir schon aus dem Honda Civic Hybrid, beim Quaranta ist aber alles noch moderner. So zeigen in der oberen Ebene die Kameras ihr Bild, welche die Außenspiegel ersetzen. Im unteren Bereich ist beispielsweise das Bild des Nachtsichtgeräts zu sehen. An der Front verwendet Giugiaro LED-Technik, nur das Fernlicht wird über Bi-Xenon-Scheinwerfer abgestrahlt. Auch bei Italdesign weiß man, dass Voll-LED-Systeme momentan bis auf eine andere Lichtfarbe nur Nachteile mit sich bringen.

Hybrid mit Allradantrieb
Die 20-Zoll-Leichtmetallräder werden von einem elektrischen Vierradantrieb in Drehung versetzt. Dabei kümmert sich um die Vorderachse ein vorn untergebrachtes Elektroaggregat, die Hinterachse wird von der mittig angebrachten Verbrennungsmotor-Elektromotor-Kombination mit Momenten versorgt. Dieses neuartige Hybrid-System stammt von Toyota. Als Verbrenner kommt ein 3,3-Liter-V6 zum Einsatz, welcher mit den zwei Elektrotriebwerken zusammenarbeitet. Diese sollen wiederum in ihrer Leistung einem Achtzylinder entsprechen und laut Hersteller die Umwelt nur wie ein Vierzylinder-Aggregat belasten. Dabei ist der Wagen auch in der Lage, kürzere Strecken rein elektrisch zu fahren. Die Kräfte werden von einem elektronisch geregelten stufenlosen Automatikgetriebe verwaltet. Der Allradantrieb wird nur bei Bedarf automatisch zugeschaltet, so zum Beispiel beim Beschleunigen, Bremsen und in Kurven.

Weit auch offroad
Die von den Solarpaneelen gespeiste Batterie ist zwischen Motor und Innenraum untergebracht, während der 60-Liter-Tank in den Fahrzeugrahmen integriert ist. Insgesamt soll der Hybrid mit einer Tankfüllung bis zu 1.000 Kilometer weit kommen. Dabei stören auch eventuelle Fahrbahnunebenheiten nicht: Das Fahrwerk des Quaranta lässt sich auf ,Sport" und ,erhöht" stellen. In der zweiten Position hat der Wagen eine Bodenfreiheit von 23 Zentimeter – für einen Sportwagen ist das ein absurd hoher Wert. Zum Vergleich: Ein ausgemachter Kraxler wie der Jeep Wrangler watet mit gerade mal acht Millimeter mehr Bodenfreiheit durchs Gelände.

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