Winterkorn: ,Wir wollen den Menschen wieder Lust aufs Auto machen"

Auch im Jahr der Krise lud der Volkswagen-Konzern kurz vor Beginn des Genfer Auto-Salons (5. bis 15. März 2009) zu einem Premierenabend ein. Ganz so groß wie im Jahr 2008 war die Halle nicht, und auch die Schar der eingeladenen Journalisten war deutlich kleiner. Die gezeigten Neuheiten konnten sich jedoch sehen lassen. Wir waren vor Ort und haben die ersten Eindrücke von den Premieren der Konzernmarken VW, Audi, Seat, Skoda, Lamborghini, Bentley und Bugatti für Sie eingefangen.

Polo mit variablem Ladeboden
Das absolute Highlight des Abends ist zweifelsohne der neue VW Polo, der von Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg auf die Bühne gefahren wird. Die Familienähnlichkeit zum Golf VI ist sofort zu erkennen. Das Auto soll keine Spielereien und keine Gimmicks bieten, sondern ,Polo pur". Verbessert wurde jedoch die Sicherheit: ESP ist nun Serie und auch die Karosserie soll bei einem Crash mehr aushalten. Mit einem Einstiegspreis von 12.150 Euro wird der Kleinwagen nur unwesentlich teurer als der Vorgänger, kündigt Hackenberg an. Für uns aber ist die größte Überraschung am neuen Polo der variable Ladeboden, der die Nutzbarkeit des Kofferraums verbessert.

A4 allroad und Bio-Bentley
Die wichtigste Neuheit aus Ingolstadt präsentiert Audi-Chef Rupert Stadler: den A4 allroad quattro. Viele Elemente aus der Oberklasse sollen in dem höher gelegten Avant stecken. Und mit dem 2.0 TDI reichen 6,2 Liter Diesel für 100 Kilometer, verspricht Stadler. In die oberste Schublade gehört auf jeden Fall das nächste Highlight, der Bentley Continental Supersports. Laut Markenchef Franz-Josef Paefgen ist er nicht nur der momentan schnellste, sondern auch der umweltfreundlichste Bentley das Luxus-Coupé nutzt Bioethanol als Treibstoff. Sekundiert von ein paar schönen Frauen stellt dann Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann sein Highlight vor, den Murciélago SV. Die beiden Buchstaben stehen für ,SuperVeloce", was auf deutsch Höchstgeschwindigkeit bedeutet. Für Tempo sorgen 630 PS und vor allem das sehr geringe Leistungsgewicht von nur 2,3 Kilo pro PS.

Skoda Yeti: Interessant auf der zweiten Blick
Skoda stellt sein erstes Kompakt-SUV vor, den Yeti. Als er auf die Bühne fährt, erinnert er uns zunächst sehr an den ebenfalls neuen Fabia Scout. Seine Qualitäten offenbaren sich dann auf den zweiten Blick. So besitzt der Gelände-Skoda ein flexibles Sitzsystem wie ein Minivan. Auch die Qualität der Materialien im Cockpit überrascht positiv – dort findet sich sogar feines Holz. Etwas ganz Edles ist auch das nächste Auto, ein blauer Bugatti Veyron, den erneut Franz-Josef Paefgen auf die Bühne lenkt. Vom ,Bleu Centenaire" gibt es nur ein einziges Exemplar. Viel erzählt Paefgen nicht zu dem Auto, er ist schnell wieder weg.

Allrad-Caddy und Exeo als Kombi
Weniger Emotionen aber dafür mehr Nutzwert kann Stephan Schaller von VW Nutzfahrzeuge bieten. Er präsentiert den Caddy Life mit Allradantrieb. ,Jetzt kann der Caddy alles", behauptet Schaller. Er erklärt die Haldex-Kupplung und rühmt den niedrigen Verbrauch des 1,9-Liter-TDI-Modells. Dann macht er Platz für Erich Schmitt. Der Seat-Boss hat den Exeo ST mitgebracht, die Kombiversion der neuen Mittelklasse-Baureihe der Spanier. Wie die Limousine basiert auch der Exeo ST auf dem alten Audi A4 und kann diese Verwandtschaft auch optisch nicht leugnen.

Mehr Emotion, weniger Emission
Das Schlusswort hat schließlich der Konzern-Chef: Martin Winterkorn will den Leuten mit den neuen Modellen wieder ,Lust aufs Auto machen". Er wisse zwar nicht, wann die Krise vorüber wäre, ist sich aber sicher, dass das Automobil seine besten Zeiten noch vor sich hat. Dabei soll künftig vor allem der Begriff ,Umwelt" eine große Rolle spielen. Mehr Emotion, weniger Emission – das ist für Winterkorn das Motto zukünftiger VW-Modelle.

Polo, A4 allroad, Yeti & Co.