Die Autohersteller setzen zukünftig auf kompakte Modelle

Zu groß, zu schwer, zu durstig: Geländewagen, oder auf neudeutsch SUVs, stehen zunehmend im Fadenkreuz der Kritik. Doch der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Geländegänger keinesfalls zu einer aussterbenden Gattung gehören. Stattdessen setzen die Hersteller auf Evolution und schrumpfende Abmessungen. Der Erfolg von Fahrzeugen wie dem VW Tiguan zeigt, dass SUV-typische Eigenschaften wie eine erhöhte Sitzposition durchaus gefragt sind.

Neues vom Gelände-Pionier
So verwundert es nicht, das sogar die Geländewagen-Urväter von Land Rover an einem neuen Einstiegsmodell arbeiten. Der zweitürige LRX nimmt das Design der gleichnamigen Studie aus dem Jahr 2008 auf und wird unterhalb des Freelander auf Kundenjagd gehen. Ähnliches plant auch Mazda mit dem CX-5, der formal eine Mischung aus dem neuen 3 und dem CX-7 darstellt. Wie der LRX soll er all jene Kunden ansprechen, denen ein VW Tiguan zu bieder ist. Auch Alfa Romeo möchte sich ein Stück vom wachsenden SUV-Kuchen abschneiden und bringt 2010 den kompakten Cxover, der auch in den USA verkauft werden soll. Die Q4-Allradtechnik mit Torsen-Mittendifferenzial ist bereits von 159 und Brera bekannt. Abzuwarten bleibt, was Alfa-Eigner Fiat auf der Grundlage des CXover plant.

Porsche: Diät für den Cayenne
Noch die alte SUV-Schule repräsentiert der Porsche Cayenne. Doch auch er soll dem Trend folgen und abspecken. Das Karosseriedesign führt die bisherige Linie zwar fort, allerdings werden die Abmessungen und das Gewicht reduziert. Technisch dürfte es ab 2010 etwas mehr Leistung und das Doppel- kupplungsgetriebe PDK geben. 2011 kommt dann der Cayenne Hybrid. Die Stuttgarter Nachbarn von Mercedes orientieren sich dagegen in Sachen SUV nach unten: Auf Basis der für 2010 erwarteten neuen B-Klasse wird spätestens 2012 ein sehr kompakter Offroader namens BLK vorgestellt. Ihn soll es wahlweise mit Front- oder Allradantrieb geben. Nicht auszuschließen ist, dass für den BLK die technische Plattform des gestrichenen Smart-SUVs Formore reaktiviert wird. Noch ungewiß ist die Entwicklung eines kleinen Kraxlers bei Opel. Größenmäßig wäre das Fahrzeug zwischen dem Corsa und dem neuen Astra angesiedelt. Auch die Opel-Mutter GM könnte von dem Modell profitieren, um damit in den USA junge Käuferschichten anzusprechen.

Sportlich und klein
Eine ganze SUV-Familie plant Audi: Nach Q7 und Q5 wird bereits im Herbst 2009 der Q3 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Der auf dem nächsten A3 basierende Fünftürer kombiniert eine schnittige Fließheckform mit dem bekannten quattro-Allradantrieb. Noch eine Stufe kleiner gerät ab 2012 der Audi Q1. Seine Ausgangsplattform ist der neue A1, der im Jahr 2010 auf den Markt kommt. Der Q1 wird auf den Mini Crossman treffen, der schon auf der IAA 2009 debütiert. Beim Crossman handelt es sich um das erste Fahrzeug der britischen BMW-Tochter mit vier richtigen Türen. Grundlage ist die Kombiversion Clubman, deren Motoren übernommen werden. Volkswagen hingegen macht seinem Namen alle Ehre und plant auf Basis des aus der Studie up! entwickelten Lupo eine Version in Geländeoptik. Allerdings steht beim Cross-Lupo das Äußere im Vordergrund. Parallel zum bereits bekannten Cross-Polo gibt es zwar Plastikanbauten und eine Höherlegung, aber nur einen Frontantrieb.

Bildergalerie: Schicke SUV-Zukunft