Viertürige Limousinen-Studie auf dem Pariser Autosalon 2008

Ob Aston Martin Rapide oder Porsche Panamera: Viertürige Sport-Limousinen liegen derzeit voll im Trend. Auch Lamborghini will bei den familientauglichen Rennern mitmischen und zeigt auf dem Pariser Autosalon vom 4. bis zum 19. Oktober 2008 die Studie Estoque.

Namensgebung vom Stierkampf
Tierschützer werden aufheulen, denn wie der Murciélago stammt auch der Name des Estoque aus der ,Corrida de Toros", dem spanischen Stierkampf. Dort ist das Estoque ein knapp 90 Zentimeter langes Schwert, welches im Kampf vom Matador verwendet wird. Die gleichnamige Fahrzeugstudie ist bereits auf den ersten Blick als Lamborghini zu identifizieren. Die eckige Formensprache mit scharfen Kanten lehnt sich an die bekannten Modelle der Marke an. Die Frontpartie des Estoque unterstreicht die sportliche Note durch eine V-förmige Pfeilung und zwei große, weit nach vorne gezogene Lufteinlässe. 22-Zoll-Leichtmetallfelgen für die Vorderreifen und 23-Zoll-Alus für die hinteren Gummis unterstreichen den mächtigen Auftritt.

Lang gestreckt
Die erste viertürige Limousine in der Firmengeschichte erstreckt sich über eine Länge von 5,15 Meter, die Breite beträgt 1,99 Meter. Obwohl das Fahrzeug nur 1,35 Meter hoch ist, soll der Radstand von 3,01 Meter für eine entspannte Sitzposition sorgen. Laut Lamborghini ist im Kofferraum außerdem Platz für das Wochenendgepäck oder mehrere Golfbags. Dominantes Material im Innenraum ist Nappaleder, welches sich auch auf den vier sportlich ausgeformten Sitzen wiederfindet. Das Cockpit ist mit einem breiten LCD-Bildschirm ausgestattet, der dem Fahrer Informationen zum Fahrzeug und der Fahrtstrecke bereitstellt. Je nach persönlichem Gusto erscheint die Anzeige in Form klassischer Rundinstrumente oder mit digitalen Ziffern.

Zurückversetzter Motor
Wie die bekannten Supersportwagen des Unternehmens aus Sant'Agata-Bolognese setzt auch der Estoque auf ein Front-Mittelmotor-Layout. Motor und Getriebe befinden sich nicht wie bei den bisherigen Lamborghini-Modellen vor der Hinterachse, sondern hinter der Vorderachse. Für ausreichend Kraft sorgt der Zehnzylinder mit 560 PS Leistung aus dem Gallardo LP 560-4. Als Aggregat-Alternativen nennt Lamborghini einen vom Zehnzylinder abgeleiteten Turbo-V8, einen V8-Hybrid oder einen starken TDI-Diesel. Im Fall von letzterem könnte man sich bei der Konzernmutter Audi bedienen, die jüngst einen V12-TDI vorgestellt hat. Ein permanenter Allradantrieb übertragt im Estoque die Kraft auf die Straße.

Serienproduktion noch ungewiss
Ob und wann der Estoque in Serie gehen wird, ist noch unklar. Lamborghini selbst spricht davon, dass das Fahrzeug eine dritte Modellreihe eröffnen könnte. Doch angesichts der seriennahen Studie dürfte der Familien-Lambo spätestens 2010 kommen. Man darf daher auf den nächsten Pariser Salon gespannt sein.

Der Familien-Lambo