Sigmar Gabriel stoppt die umstrittene Biokraftstoffverordnung

,Die Umweltpolitik wird nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass Millionen von Autofahrern an die teuren Super-Plus-Zapfsäulen getrieben werden." So begründet Umweltminister Gabriel seine Entscheidung, die vorgeschriebene Biokraftstoffbeimischung für Benzin nicht auf zehn Prozent zu erhöhen. Auslöser für diesen Schritt seien die Zahlen vom Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). Die besagen laut Gabriel nämlich, dass insgesamt rund drei Millionen Fahrzeuge in Deutschland den neuen E10-Sprit nicht vertragen und somit teureres Super Plus tanken müssten.

Umstritten
Die deutschen Hersteller hatten hingegen grünes Licht für den umstrittenen Kraftstoff gegeben. Laut deren Interessengemeinschaft, dem Verband der Automobilindustrie (VDA), hätten nur 189.000 PKW aus heimischer Produktion nicht mit E10 betrieben werden können. Ein Punkt den Gabriel nicht erwähnte, der aber wohl auch eine Rolle in seinen Überlegungen gespielt haben dürfte: Bis heute ist immer noch nicht klar, ob der so genannte Biosprit überhaupt eine positive Auswirkung auf den Klimawandel hat. Kritiker bemängeln etwa die Tatsache, dass die Erschließung neuer Anbauflächen für Biomasse Rodungen im tropischen Regenwald nach sich zieht oder dass Ackerland für die Nahrungsmittelproduktion verloren geht.

Und stattdessen?
Wie der Minister weiter ausführte, sei seine Entscheidung endgültig, und es werde bei den maximalen Beimischungsgrenzen von fünf Prozent für Otto- und sieben Prozent für Diesel-Kraftstoff bleiben. Gleichzeitig stellte Gabriel einen Maßnahmenkatalog vor, der alternativ die Reduktion von CO2-Emissionen vorantrieben soll. Darin enthalten sind etwa mehr Gelder für Biomasseforschung, das Vorantreiben eines Zertifizierungssystems oder die verstärkte Nutzung von Bioabfällen aus Haushalten. Ziel der Bemühungen solle sein, dass ,Biomasse umweltverträglich angebaut wird und die Nutzung nachweisbar einen Beitrag zur Minderung der Treibhausgase leistet."

Bildergalerie: Aus für E10