Futuristische Hybrid-Studie steht auf dem Pariser Autosalon

,Es gibt Formen, die man nicht verbessern kann", sagten einst die VW-Werber und malten auf ein Ei die Umrisse des Käfers. Ein neues Projekt aus Ungarn namens I+Solo zeigt aktuell auf dem Pariser Autosalon, dass natürliche Formen auch heute noch einiges an Potenzial beinhalten.

High-Tech aus Ungarn
Die in der französischen Hauptstadt vorgestellte Studie des I+Solo basiert auf einer sechsjährigen Entwicklungsarbeit der Firma Antro. Das Unternehmen ist im kleinen westungarischen Ort Öriszentpéter ansässig, nicht weit weg von der Grenze zu Österreich. Nach diversen Holzmodellen zur Karosserieerprobung steht in Paris die erste fahrfertige Studie. Überraschend ist dabei der relativ geringe finanzielle Einsatz von gerade einmal 1,5 Millionen Euro.

Insekt auf Rädern
Formal orientiert sich der niedrige, aber dafür breite I+Solo an Vorbildern aus der Natur. Die Optik erinnert an einen Wassertropfen, es könnte es sich bei dem Fahrzeug aber genauso um ein großes Insekt handeln. Dazu tragen auch die kleinen Fühler an der Karosserie bei, die an Außenspiegel erinnern, aber kleine Kameras enthalten. Eine äußerst windschlüpfrige Form soll dazu beitragen, einen cW-Wert von unter 0,22 zu erreichen. Die Studie ist 3,12 Meter lang, aber 1,92 Meter breit.

Verwendung von leichten Materialien
Das Chassis und die Karosserie des I+Solo sind aus Kohlefaser-Verbundstoff gefertigt. Auf diese Art und Weise soll das Gewicht weniger als 350 Kilogramm betragen. Im Inneren finden maximal drei Personen nebeneinander Platz, was auch die fast zwei Meter Breite erklärt. Antro beziffert die Sitzplatzanzahl als ausreichend, da durchschnittlich nur 1,5 Personen in einem Auto sitzen. Der Fahrer ist dabei in der Mitte positioniert.

Umweltfreundlicher Antrieb
Um die Fortbewegung kümmern sich vier Elektromotoren, die in den Radnaben untergebracht sind. Ihr Saft kommt aus modernen Lithium-Ionen-Akkus. Bei höheren Geschwindigkeiten tritt ein kleiner Verbrennungsmotor unterstützend in Aktion, der jedoch im aktuellen Prototyp noch nicht zu finden ist. Solarzellen auf dem Dach sollen genügend Energie für 15 bis 25 Kilometer im Stadtverkehr bereitstellen. Als Besonderheit gibt es im Innenraum für die beiden Beifahrer jeweils zwei Pedale. Wird gestrampelt, kann so ein Generator mit Energie aufgeladen werden. Laut Hersteller handelt es sich um ,Ausgleichssport während des Reisens im Fitnessmobil". Insgesamt soll der Verbrauch bei weniger als 1,8 Liter auf 100 Kilometer liegen, der CO2-Ausstoß bei maximal 33 Gramm pro Kilometer.

Markteinführung für 2012 geplant
Bereits in vier Jahren soll der I+Solo auf den Markt kommen. Bis zur Serienreife nennt Antro noch diverse Schritte, die mit Sponsorenhilfe und Kosten von neun Millionen Euro zu erledigen seien. Dazu zählen die Bedienung durch ,Drive-by-wire"-Technik und die Integration des Verbrennungsmotors. Highlight dürfte die Möglichkeit sein, zwei I+Solo-Fahrzeuge zu einem Auto namens I+Duo zusammenzukoppeln. Der daraus resultierende Sechssitzer mit einem Verbrauch von 2,5 Liter könnte in der Klasse der Kompaktvans antreten. Auch eine Pick-up-Variante des I+Solo ist angedacht. Preislich soll sich die Serienversion des normalen I+Solo in der unteren Mittelklasse bewegen, also bei rund 20.000 Euro.

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