Elektro-Lieferwagen soll bei Karmann gebaut werden

Wir kennen sie alle: die Caddys, Kangoos und Sprinter, die in unseren Städten Kurier- und Transportaufgaben der verschiedensten Art erledigen. Viele dieser Fahrten spielen sich auf Strecken von einigen wenigen Kilometern ab. Doch gerade das ständige Stop-and-Go treibt den Verbrauch und den Verschleiß in die Höhe. Das niederländische Unternehmen DuraCar zeigt als Alternative auf dem Pariser Autosalon 2008 (4. bis 19. Oktober 2008) den Elektro-Lieferwagen Quicc DiVa.

Stadtgerechte Abmessungen
Das Kürzel DiVa steht für den englischen Begriff ,Distribution Van", auf deutsch Lieferwagen. Hinsichtlich der Größe passt der DiVa gut in die Stadt. Der zweisitzige Lieferwagen ist nur 3,40 Meter lang, 1,70 Meter breit und 1,80 Meter hoch. Der Wendekreis beträgt 5,70 Meter. Die Ladekapazität liegt bei 600 Kilogramm, 2,2 Kubikmeter Gepäckvolumen passen in das Heckabteil.

Neueste Elektrotechnik an Bord
Der DiVa wird nicht nur rein elektrisch angetrieben, sondern besteht auch vollständig aus Kunststoff, inklusive des Chassis. Dadurch konnte das Gewicht inklusive Batterien auf 850 Kilogramm reduziert werden. Ausgerüstet wird der City-Laster wahlweise mit einem speziellen bipolaren Bleiakkupaket oder mit neuartigen Lithium-Ionen-Eisenphosphat-Akkus. Letztere unterscheiden sich von bisherigen Li-Ionen-Akkus durch eine höhere Leistungsdichte, außerdem wird weniger Lithium benötigt.

Günstiger Verbrauch
Unabhängig von der Wahl des Energiespeichers beziffert DuraCar die Reichweite des DiVa auf 150 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 120 km/h limitiert. Der Verbrauch soll bei einer Kilowattstunde auf sieben Kilometer liegen. Die komplette Ladezeit des Akkupakets beträgt acht Stunden, die Kapazität beläuft sich auf 80 Amperestunden. Der Elektromotor leistet 15 Kilowatt, kurzzeitig sind sogar 50 Kilowatt möglich. Nach Firmenangaben wird zudem an einem Brennstoffzellen-Antrieb mit Methanol-Reformer gearbeitet.

Mitarbeit des Smart-Vaters
Professor Johann Tomforde, der eine tragende Rolle bei der Entwicklung des Smart spielte, ist bei DuraCar für das Design des DiVa mitverantwortlich. Eine kleine Startserie wird ab Frühjahr 2009 in den Niederlanden durch ausgewählte Kunden getestet.

Zusammenarbeit mit Karmann
Die Fahrzeuge für Deutschland sollen von Karmann in Osnabrück hergestellt werden. Die Vorserienproduktion soll im Juni 2009 beginnen, ab Mitte 2010 soll der DiVa in den Verkauf gehen. Preise werden noch nicht genannt, angedacht sind aber spezielle Leasingtarife. Inbegriffen sind dann Service, Wartung und eine Mobilitätsgarantie, lediglich für das Aufladen des Akkus muss der Kunde selbst aufkommen.

Grachten-Bummler