Doppelt aufgeladene Diesel mit 2,2 Liter Hubraum sollen weniger verbrauchen

Zum 150. Geburtstag von Rudolf Diesel kommt aus dem Schwabenland ein besonderes Geschenk. Mercedes-Benz stellt eine völlig neu konzipierte Vierzylinder-Diesel-Generation
vor, die in ihrem Segment alle bisherigen Bestleistungen hinsichtlich Leistung, Drehmoment, Abgasverhalten und vor allem Sparsamkeit übertreffen soll.

Diesel in drei Leistungsstufen
Der neue Selbstzünder kommt in drei Varianten als 200 CDI, 220 CDI und 250 CDI. Das Trio besitzt stets den gleichen Hubraum von 2.143 Kubikzentimeter.
In seiner stärksten Variante leistet der neue Vierzylinder 204 PS und liegt damit rund 20 Prozent über dem Vorgängeraggregat mit 190 PS und drei Liter Hubraum. Gleichzeitig steigt das maximale Drehmoment von 400 Nm auf 500 Nm – das entspricht einem Zuwachs von 25 Prozent. Trotz des Leistungsplus von 34 PS soll der neue Vierzylinder-Diesel deutlich weniger Kraftstoff verbrauchen als sein Vorgänger. Ein Fahrzeug der Mittelklasse konsumiert mit dem 204 PS starken Triebwerk nach Angaben von Mercedes lediglich 5,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer.

Weniger Verbrauch bei gleicher Leistung
Der neue Motor erreicht im 200 CDI eine Leistung von 136 PS, beim 220 CDI sind es 170 PS. Damit bleibt die PS-Zahl gegenüber den aktuellen Modellen gleich, jedoch verspricht Mercedes einen Verbrauchsvorteil, da die 170-PS-Variante nur 5,1 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen soll. Zugleich sinkt auch der CO2-Ausstoß um bis zu 13 Prozent. Damit würden Besitzer von einem der neuen Aggregate auch Steuern sparen, sowohl bei Bemessung nach Hubraum als auch nach CO2-Ausstoß. Der neue Diesel-Vierzylinder erfüllt bereits jetzt die künftige Abgasnorm EU5.

Zweistufige Aufladung für hohes Drehmoment
Die Luft zum Atmen bezieht der neue Dieselmotor aus zwei Turboladern. Damit verwirklicht Mercedes-Benz nach eigener Aussage zum ersten Mal eine zweistufige Aufladung in einem Pkw-Seriendiesel. Ziel ist es, die Nachteile eines einstufigen Abgas-Turboladers zu eliminieren. Dazu zählt unter anderem das Trägheitsmoment eines großen Laders, das sich für den Fahrer zum Beispiel durch träges Anfahrverhalten, dem so genannten ,Turboloch" spürbar bemerkbar macht. Das kompakt bauende Modul der neuen zweistufigen Aufladung besteht aus einem kleinen Hochdruck- und einem großen Niederdruck-Abgasturbolader. Beide sind miteinander in Reihe geschaltet.

Neue Common-Rail-Generation
Mit dem neuen Dieselmotor geht bei Mercedes-Benz die vierte Generation der Common-Rail-Direkteinspritzung in Serie. Kennzeichen ist ein um
400 bar gesteigerter maximaler Einspritzdruck, der jetzt 2.000 bar beträgt. Zudem nutzt das Aggregat ein neues Piezo-Injektorkonzept mit direkter Düselnadelsteuerung. Durch das hohe
Leistungspotenzial ist das so genannte Downsizing möglich – die Verwendung von Motoren mit weniger Hubraum und weniger Zylindern, um den Kraftstoffverbrauch effektiv zu senken.

Einbau in viele Baureihen
,Damit stößt unser neuer Vierzylinder in Dimensionen vor, die bis dato nur Dreiliter-Sechszylinder-Diesel oder großvolumige V8-Benziner erreichen - dies verbunden mit vorbildlicher Sparsamkeit", so Dr. Thomas Weber, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Konzernforschung sowie Entwicklung. Der neue Dieselmotor soll in vielen Baureihen – bis hin zum Mercedes Sprinter – in verschiedenen Versionen zum Einsatz kommen. Er kann sowohl längs wie quer eingebaut werden und ist auch für Allradantrieb vorgesehen. Zusätzlich wird er mit der Bluetec-Abgasreinigung kombiniert werden und ist darüber hinaus als sparsamer Verbrennungsmotor in Hybrid-Fahrzeugen vorgesehen, so bereits 2009 in der S-Klasse und im Jahr 2010 in der nächsten Mercedes-E-Klasse.

Bildergalerie: Mercedes macht Druck