Sauberer Sportsmann: Ruf stellt 911 Carrera mit Elektroantrieb vor

Die Auto-Zukunft ist elektrisch: Von dieser weitverbreiteten These ist offensichtlich auch 911-Spezialist Ruf überzeugt. Die Allgäuer Veredler waren bislang für extrem sportliche und leistungsstarke Versionen von Porsche-Produkten bekannt. Mit dem ,eRuf"-Konzeptauto jedoch wollen die Bayern jetzt einen Ausblick auf eine saubere Sportwagenzukunft geben: Der komplett umgebaute – und funktionstüchtige – Porsche läuft nämlich ausschließlich mit Strom.

204 Elektro-PS im Heck
Den Anstoß zu dem Projekt gab Firmeninhaber Alois Ruf höchstpersönlich. Der umtriebige Bayer besitzt nämlich auch eine Reihe von Wasserkraftwerken, mit denen er pro Jahr 35 Millionen Kilowattstunden Energie ins örtliche Stromnetz einspeist. Warum also nicht mit diesem sauberen Strom ein sportliches Auto antreiben? Gesagt, getan: Auf Basis eines Porsche 911 Carrera machten sich die Performance-Pusher von Ruf an die Arbeit. Von außen wirkt das Ergebnis praktisch wie ein konventionell befeuerter Vor-Facelift-997. Unterm Blech allerdings musste der Sechszylinder-Boxermotor einer deutlich saubereren Technik weichen: Ein bürstenloser Dreiphasen-Wechselstrommotor sitzt hinter dem Hinterachs-Differenzial und sorgt mit 150 kW (204 PS) Leistung und 650 Newtonmeter Drehmoment für Vortrieb.

Rund 300 Kilometer Reichweite
Der Strom für die E-Maschine wird in 96 Lithium-Ionen-Zellen gespeichert. Ein Großteil der Batterien ist im Fahrzeugheck über dem Motor eingebaut, einige Akkus haben die Ruf-Mannen allerdings auch in den Kofferraum des Elfers und somit vor die Vorderachse gequetscht. Insgesamt sollen die Speicher genug Energie für 250 bis 320 Kilometer Fahrstrecke aufnehmen. Bei einer geschätzten Lebensdauer von 3.000 Ladezyklen müssten die Zellen also nach 750.000 bis 960.000 Kilometer ausgetauscht werden.

Entwicklungsziele erreicht
Die Fahrleistungen entsprechen derzeit den Entwicklungsvorgaben: In unter sieben Sekunden soll der eRuf auf Tempo 100 sein, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 225 km/h beziffert. Im Vergleich zu einem regulären 911 sind diese Werte natürlich nicht gerade sensationell. Der Hauptgrund für die fehlende Längsdynamik ist wohl das deutlich erhöhte Gewicht des Elektro-Porsche, denn allein das Batteriepack bringt 550 Kilogramm auf die Waage. Insgesamt wiegt der Öko-Elfer stattliche 1,9 Tonnen – das Serien-Pendant steht mit rund 1.500 Kilogramm deutlich schlanker da.

Erste Kundenmodelle kommen 2009
Die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Akkutechnik dürfte aber dazu beitragen, dass zukünftige Versionen des eRuf deutlich weniger Ballast mit sich herumschleppen müssen. Nichtsdestotrotz ist der Strom-Sportwagen aber mehr als ein reines Versuchsobjekt: Ruf plant die Auslieferung an den ersten Kunden bereits für das Jahr 2009, den Preis gibt das Unternehmen aber noch nicht bekannt.

Bildergalerie: eRuf: Elektro-911