Aktive Assistenzsysteme für den neuen Honda Accord lieferbar

Airbags, ABS und ESP. Diese und andere Sicherheitsausstattungen haben dazu beigetragen, seit den 70er-Jahren die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten drastisch zu reduzieren. Dennoch verlieren europaweit in jedem Jahr immer noch etwa 40.000 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Diese Zahlen möchte nun die Firma Honda mit neuen Fahrerassistenzsystemen senken, die nach den Modellen Legend und CR-V nun auch im neuen Accord optional zum Einsatz kommen.

LKAS – Der aktive Spurhalteassistent
Allein durch das Abkommen von der Fahrbahn außerhalb geschlossener Ortschaften verunglückten laut jüngster Statistik des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2006 in Deutschland 62.740 Fahrer, 1.733 davon tödlich. Gegen diese Zahlen will Honda mit dem so genannten ,Lane Keeping Assist System", auf deutsch ,Spurhalte-Assistenzsystem" vorgehen. Es arbeitet bei Geschwindigkeiten zwischen 72 und 180 km/h. Mittels einer hinter der Frontscheibe und oberhalb des Rückspiegels positionierten kleinen Kamera erkennt das kurz LKAS genannte System die Fahrbahnmarkierungen und somit jegliche Abweichungen von der Fahrspur, die zu gefährlichen Situationen führen könnten.

Lenkeingriffe vom System
Ist der korrigierende Lenkeingriff des Fahrers nicht ausreichend, so führt das System durch aktive Lenkeingriffe der adaptiven elektrischen Servolenkung EPS das Fahrzeug in die Fahrspur zurück. Das System berechnet auf Basis der Kameradaten das optimale Lenkmoment – eine Kombination aus menschlicher Lenkbewegung (mindestens 20 Prozent) und dem assistierten Lenkmoment (maximal 80 Prozent) – um das Auto in der Mitte der Fahrspur zu halten. Zusätzlich ertönt eine akustische Warnung, wenn man dabei ist, die Fahrspurmarkierung zu überqueren. Die Kontrollhoheit und somit die Verantwortung behält der Fahrer, der das System durch aktives Lenken jederzeit ,überregeln" kann. Zudem wird es nicht aktiv, wenn der Fahrer den Blinker setzt. Durch eine Taste am Lenkrad kann der Fahrer das System ein- oder ausschalten.

CMBS – Das präventive Fahrerassistenzsystem
Vorausschauendes Fahren erhöht die Sicherheit. Diesem Grundsatz folgt das ,Collision Mitigation Brake System", auf deutsch etwa ,kollisionsminderndes Bremssystem". Die CMBS abgekürzte Technik arbeitet mit einem im Kühlergrill angebrachten Millimeterwellen-Radar. Wenn die Annäherung an das vorausfahrende Fahrzeug so stark ist, dass eine Kollision wahrscheinlich scheint, warnt das System den Fahrer visuell und akustisch, damit er entsprechende Maßnahmen ergreift. Falls das System nach der Reaktion des Fahrers erkennt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Kollision beträchtlich abnimmt, schaltet das CMBS-System ab.

Verzögerung bis hin zur Notbremsung
Sofern die Reaktion des Fahrers jedoch das Kollisionsrisiko nicht ausreichend reduziert, gibt das System eine zweite Warnung in Form von akustischen, visuellen oder spürbaren Impulsen und bremst das Fahrzeug leicht ab. Der Fahrer soll dadurch zum Handeln aufgefordert werden. Ist die Annäherung so stark, dass eine Kollision unvermeidbar wird, kann CMBS eine starke Bremsung einleiten, um die Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu reduzieren. Zum Schutz der Insassen werden dann gleichzeitig die Gurte von Fahrer und Beifahrer durch die elektronischen Gurtstraffer gespannt. CMBS wird nur bei einer Geschwindigkeit von mehr als 15 km/h aktiviert. Zudem muss die Geschwindigkeitsdifferenz zu dem vorausfahrenden Fahrzeug mindestens 15 km/h betragen. Das CMBS ist grundsätzlich aktiv, kann aber auf Wunsch mit einem Schalter seitlich an der Instrumententafel abgeschaltet werden.

ACC – Die adaptive Geschwindigkeitsregelung
Die adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC nutzt das Millimeterwellen-Radar des CMBS, um einen konstanten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten und begünstigt damit entspanntes Fortkommen insbesondere auf längeren Fahrten. Das Radar im Kühlergrill erkennt das vorausfahrende Fahrzeug und seine Geschwindigkeit. Der Frequenzunterschied zwischen gesendeter und reflektierter Welle ermöglicht die Ermittlung des genauen Abstands und der Relativgeschwindigkeit zwischen den Fahrzeugen. Der Abstand kann vom Fahrer in drei vordefinierten Werten eingestellt werden. Wenn die Distanz unter den eingestellten Wert sinkt, nimmt das System Gas weg und bremst bei Bedarf das Fahrzeug ab. In Fällen, in denen eine schnellere Verzögerung erforderlich ist, beispielsweise wenn das vorausfahrende Fahrzeug plötzlich bremst, alarmiert das System den Fahrer mit einem Warnsignal im Multiinformationsdisplay und einem akustischen Signal, um ihn zum aktiven Handeln, das heißt zum bremsen, aufzufordern.

Arbeitsbereich zwischen 30 und 180 km/h
Falls das vorausfahrende Fahrzeug die Spur wechselt oder der Abstand wieder größer wird, erhöht das System die Fahrzeuggeschwindigkeit auf den vorbestimmten Wert. Die ACC arbeitet zwischen 30 und 180 km/h. Der Fahrer kann die Geschwindigkeit des Accord über die Tasten am Lenkrad in Schritten von fünf km/h erhöhen oder reduzieren. Auf einem speziellen Display in der Mitte des Tachometers werden die eingestellte Sollgeschwindigkeit, der gewählte Abstand und ein erkanntes vorausfahrendes Fahrzeug angezeigt. Außerdem sieht man dort, wenn das System ausgeschaltet oder außer Betrieb ist.

Bildergalerie: Die unsichtbaren Helferlein