Elektroauto soll Ende des Jahres 2009 auf den Markt kommen

Woran denken Sie beim Namen Pininfarina? Wahrscheinlich in erster Linie an schnittige Sportwagen oder auch an den kürzlich tödlich verunglückten Firmenchef Andrea Pininfarina. Ihm ist das neueste Fahrzeugprojekt gewidmet, das Elektroauto Pininfarina B0 (sprich: B Zero). Vorgestellt wird der kompakte Saubermann auf dem Pariser Autosalon, der vom 4. bis zum 19. Oktober 2008 in der französischen Hauptstadt stattfindet.

Zusammenarbeit mit Bolloré
Um auf dem ungewöhnlichen Gebiet der Elektroautos bestehen zu können, arbeiten die Italiener mit dem französischen Mischkonzern Bolloré zusammen. Das Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von 10 Milliarden US-Dollar und 35.000 Beschäftigten ist bereits seit 15 Jahren in der Batterieentwicklung tätig. Die Bolloré-Tochterfirma Batscap hat nun eine Lithium-Polymer-Batterie (kurz LMP) entwickelt, die sich innerhalb weniger Stunden an der Steckdose aufladen lassen soll. Ihre Lebensdauer wird mit rund 200.000 Kilometer angegeben.

Schicke Hülle von Pininfarina
Mit dem von Pininfarina gestalteten Äußeren möchte man beweisen, dass der B0 trotz seines umweltfreundlichen Elektroantriebs keine optische Spaßbremse ist. Herausgekommen ist ein viertüriges Steilheckmodell mit vier Sitzen. Optisch orientiert sich der B0 an Kleinwagen wie dem Opel Agila, VW up! oder dem Honda Jazz.

Gute Reichweite
Der Akku mit einer Kapazität von 30 Kilowattstunden und einer Spannung von 410 Volt zeichnet sich durch sein relativ geringes Gewicht von 300 Kilogramm aus. Die kurzfristige Leistungsspitze liegt bei 45 Kilowatt, während sich die Arbeitstempaturen nach Angaben von Bolloré zwischen minus 20 und plus 60 Grad Celsius bewegen. Die maximale Reichweite soll 250 Kilometer betragen, Solarpaneele auf dem Dach und der Frontpartie helfen beim Aufladen der Batterien, ebenso wie die Ausnutzung der Bremsenergie.

Gute Beschleunigung
Pininfarina verspricht für den B0 eine Beschleunigung auf 60 km/h in 6,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 130 km/h begrenzt. Die Lithium-Polymer-Akkus werden zurzeit bereits von Bolloré im kleinen Stadtwagen BlueCar und in einem elektrischen ,Microbus" mit Platz für 23 Personen erprobt. Die Serienfertigung des B0 soll Ende 2009 bei Pininfarina in Turin starten und je nach Verfügbarkeit der Batterien sukzessive gesteigert werden. Erfahrung mit dem Bau von Autos gibt bei Pininfarina bereits: Zwischen 1982 und 1985 lief dort der Fiat 124 Spider unter eigenem Label vom Band.

Schicker Stromer