Prototyp steuert Passat automatisch in quer zur Straße angeordnete Parklücken

Einen Assistenten, der das Auto halbautomatisch in parallel zur Fahrbahn angeordnete Parkplätze lenkt, gibt es von VW bereits. Doch nun stellten die Wolfsburger erstmals einen Prototypen vor, der in Parklücken quer zur Straße einparken kann – und das vollkommen automatisch und ohne Fahrer. ,Park Assist Vision" heißt die neue Technologie, die nun auf der Hannover-Messe vom 21. bis 25. April 2008 ihre Weltpremiere feiert.

Studie auf Passat-Basis
Die Szene wirkt ein wenig irreal: Ein Passat Variant naht heran, bleibt stehen, der Fahrer steigt aus, wirft die Tür zu und zielt im Weggehen mit einer Fernbedienung auf den Wagen. Schon parkt der Kombi rückwärts wie ferngesteuert ein, stellt selbst den Motor ab und verriegelt sich. Doch irreal ist an dieser Situation gar nichts. Der Park Assist Vision dirigiert den Prototypen exakt in so genannte Kopfparklücken, wie sie in jedem Parkhaus und vor vielen Supermärkten zu finden sind. Oft zu eng angeordnet, zwingen sie Aus- und Einsteigende dazu, sich schlangenartig zwischen Türen und Autos durchzufädeln. Die Studie Park Assist Vision will damit in Zukunft Schluss machen.

Weiterentwicklung des Park Assists
Nachdem Volkswagen den halbautomatischen Parklenkassistenten ,Park Assist" für parallel zur Straße angeordnete Parklücken in den Modellen Touran, Tiguan und Passat bereits eingeführt hat, folgt mit der Studie nun eine Weiterentwicklung des Systems. Der Fahrer wählt lediglich die angebotene Parklücke auf dem Monitor des Navigationssystems, stellt den Wählhebel der Automatik mit Direktschaltgetriebe (DSG) auf ,P" und steigt aus. Alternativ kann der Fahrer natürlich auch an Bord bleiben. Das eigentliche Einparken übernimmt das Auto dann vollautomatisch.

Kameras und Ultraschallsensoren
Zwei Kameras links und rechts in den Außenspiegeln sind für die Parklückenvermessung verantwortlich. Ein Zwei-Gigahertz-Hochleistungsrechner übernimmt die Auswertung der Video-Signale und die Ansteuerung der Lenk- und Antriebssysteme. Wurde der Einparkvorgang gestartet, manövriert der Park Assist Vision den Passat mittels elektromechanischer Servolenkung, elektronischer Parkbremse, DSG und der vom Standgas gelieferten Motorkraft auf dem zuvor berechneten Kurs rückwärts in die Parklücke. Zwei weitere Kameras an Front und Heck sowie die Ultraschallsensoren der Einparkhilfe überwachen den Vorgang und stoppen den Wagen falls nötig. Ebenso kann der Fahrer das Manöver mithilfe der Fernbedienung jederzeit unterbrechen.

Termin für Serienreife unklar
Noch befindet sich das neue Park-Assistenzsystem allerdings nur in der Versuchsphase. Ob und gegebenfalls wann die Technik in Serie gehen könnte, steht noch nicht fest.

Parken ohne Fahrer