Fritz Henderson soll neuer GM-Chef werden

Das Tauziehen um den angeschlagenen US-Automobilkonzern General Motors (GM) geht weiter. Ging es bislang um finanzielle Hilfen, so fordert die Krise nun ihr erstes Opfer an höchster Stelle: Der bisherige GM-Boss Rick Wagoner nimmt mit sofortiger Wirkung seinen Hut.

Rücktritt auf oberste Weisung
Zu den näheren Umständen seiner Demission äußert sich Wagoner in einer offiziellen Mitteilung: Demnach habe er sich am vergangenen Freitag in Washington mit Vertretern der Regierung getroffen. Im Verlauf der Gespräche sei ihm der Rücktritt nahe gelegt worden. Nachfolger des 56-jährigen Wagoner wird Fritz Henderson (50), der bislang als Vize-Vorsitzender und Finanzvorstand tätig war. Als früherer Europa-Chef des Konzerns gilt Henderson auch als Kenner der Verhältnisse bei Saab und Opel.

Staatshilfe unter Bedingungen
Der Amtsverzicht Wagoners kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die US-Regierung unter Präsident Obama zu neuen Hilfen für die Detroiter Autoriesen äußern will. Die bisherige Frist für die Vorlage von Sanierungsplänen läuft am 31. März 2009 aus. Offenbar war die Bewilligung weiterer staatlicher Finanzmittel von der Personalie Wagoner abhängig. Dieser hatte im Jahr 2000 den Chefposten bei GM übernommen und war allein in den letzten vier Jahren für einen Verlust von mehr als 60 Milliarden Euro verantwortlich. Laut US-Medien wird es nun 30 weitere Tage Aufschub geben, ehe der Konzern seine Pläne darlegen muss. Die Konsequenzen des Führungswechsels für Opel sind noch unklar, demnächst will sich allerdings Bundeskanzlerin Merkel vor Ort zu möglichen Staatshilfen äußern.

Bildergalerie: Wechsel an der GM-Spitze