Kreativer Ideenwettbewerb zum Thema ,Rennsport von morgen"

Schon seit längerem ist die US-Ostküste bei Autodesignern aus aller Welt sehr beliebt. Kaum ein Hersteller, der nicht ein Design-Center im sonnigen Kalifornien eröffnet, in der Hoffnung auf frische und kreative Ideen. Die ausgefallensten Ergebnisse werden jedes Jahr im Rahmen der ,Design Challenge" gezeigt, die während der Los Angeles Auto Show im November stattfindet. 2008 heißt das Motto ,Motor Sports 2025", die Gedanken kreisen darum, wie zukünftige Rennserien und die dazu gehörigen Rennwagen aussehen könnten.

Ideen ohne Grenzen
In diesem Jahr haben insgesamt neun Hersteller an der ,Design Challenge" teilgenommen. Die Besonderheit ist der Umstand, dass die Ideen lediglich als Zeichnungen präsentiert werden müssen. So können die Designer ihren wilden Fantasien und irrwitzigen Gedanken freien Lauf lassen. Beispielsweise Audi: Der R25 soll einen Sportwagenprototyp darstellen, der 2025 in der American Le Mans Series (ALMS) antritt. Er besitzt einen ,Dynamic Space Frame", der mehr Flexibilität ermöglicht. Die Rennstrecken werden nämlich Hochgeschwindigkeitsbahnen mit Tunneln und seitlichen Erhebungen sein. Dort können die Fahrzeuge in allen Lagen überholen, sogar kopfüber. Überall wird es kabellose elektrische Aufladezonen geben, die die Boxenstopps ersetzen. Für Langstreckenrennen soll der R25 mit Biosprit aus Algen betrieben werden. Die Fahrzeugdaten werden auf das Visier des Fahrerhelms übertragen.

Abgefahrenes von BMW, GM und Honda
BMW zeigt die Vision eines Rennwagens für die Salzseen der USA. Das Fahrzeug setzt auf das Recycling alltäglicher Dinge wie alte Ölfässer und Topfdeckel für die Karosserie und Radkappen. So wie früher Kanarienvögel in Bergwerken den Sauerstoffgehalt prüften, checkt ein Goldfisch die Emissionen des Autos. Mit dem Chaparral Volt belebt General Motors eine legendäre Sportwagenmarke aus den 1960er-Jahren wieder. Das Fahrzeug generiert die eigene Energie aus den drei erneuerbaren Ressourcen Kaliforniens: Erde, Wind und Feuer. Unter anderem kühlen Heckdiffusoren die Elektromotoren, integrierte Solarzellen dienen als Hauptenergiequelle. Honda stellt seine Vision eines Rennwagens für eine Wettfahrt um die Welt vor. Dort müssen die Kontrahenten im Jahr 2025 die Erde in 24 Stunden umrunden. Die USA werden auf dem Land durchquert, Europa in der Luft und Asien auf dem Wasser. Sonar- und Echolotsensoren ermitteln Veränderungen bei Geschwindigkeit, Gelände und Höhe.

Spielwiese der Designer
Mazda bringt einen Rennwagen namens Kaan zu Papier. Er soll in der E1-Serie antreten, welche 2025 die Formel 1 beerbt hat. Die kalifornischen Freeways besitzen in der Zukunft unter der Fahrbahndecke Polymere, die elektrische Kraft weiterleiten und so die Elektroautos der Zukunft antreiben. Mittels elektronischer Reifen können dann Geschwindigkeiten von 400 km/h erreicht werden. Mitsubishi hat den MMR25 entworfen. Er besitzt als Besonderheit acht Räder, von denen jedes durch einen eigenen Motor unabhängig in jede Richtung bewegt werden kann. So fährt der MMR25 seitlich in eine Kurve und schwenkt vor dem Scheitelpunkt um. Mercedes möchte mit dem ,Formula Zero" die Kurvenlage eines Rennschlittens mit der Anmut einer Yacht verbinden. Die Optik des Fahrzeugs soll an die Silberpfeile der 1930er-Jahre erinnern. Neben Elektromotoren besitzt der Zukunfts-Benz ein starres Segel. Die transparente Strecke der Formula Zero kann sogar von unten durch die Zuschauer betrachtet werden.

Höchstgeschwindigkeit und Roboter
Toyota stellt seine Vision eines Le Mans-Rennwagens vor. Antrieben von einem Brennstoffzellenantrieb, ergänzen auf der Karosserie angebrachte Solarzellen das Energiemanagement. Möglich sind zwei Modi: Der ,High Speed"-Modus verkleinert die Grundfläche des Fahrzeugs, um die Höchstgeschwindigkeit von 560 km/h zu ermöglichen, im Kurvenmodus macht sich das Auto breit, um die Bodenhaftung zu erhöhen. Ein Roboter dient als Co-Pilot und managt die On-Board-Systeme: R2D2 aus ,Star Wars" lässt grüßen. Zu guter Letzt zeigt VW einen Zukunftsflitzer für das Wüstenrennen ,Baja California". Dort ist das Ziel im Jahr 2025 für jeden Fahrer, mit 10 Gallonen Sprit, rund 39 Liter, ins Ziel zu kommen. Gesteuert wird der VW ,Bio Runner" durch eine künstliche, muskelähnliche Aufhängung. Gleichzeitig verändert der Fahrer durch das Verlagern seines Schwerpunktes die Fahrtrichtung. Der Antrieb erfolgt durch Turbinen, die mit Biokraftstoff laufen. Eine Drohne informiert den Piloten des Wüsten-VW, wenn die Sicht eingeschränkt ist.

Die Auto-Zukunft 2025