Günstige Mittelklässler sollen ab 2010 nach Europa kommen

Kennen Sie Detroit Electric? Bislang war die Marke vorwiegend Comiclesern bekannt, denn Großmutter Duck bevorzugte ein antikes Vehikel der Firma. Zwischen 1907 und 1939 produzierte die Anderson Electric Car Company unter der Marke Detroit Electric Fahrzeuge, die mit Strom betrieben wurden. Zu den prominenten Besitzern eines Detroit Electric zählten die Familien Edison, Rockefeller und Ford. Nun soll der Markenname mit bezahlbaren Elektroautos wiederbelebt werden.

Zusammenarbeit mit Proton
Die Neugründung von Detroit Electric erfolgte im Jahr 2007 als ein in den Niederlanden ansässiges Joint-Venture der Firmen ZAP und China Youngman Automobile Group. Ziel war und ist es, ein bezahlbares Elektrofahrzeug anzubieten, oder wie es Firmenchef Albert Lam ausdrückt: ,Elektroautos sollen mehr als pure Golfkarts sein". Nachdem Verhandlungen mit GM und VW gescheitert waren, hat man nun einen Kooperationsvertrag mit dem malaysischen Hersteller Proton abgeschlossen.

Elektroautos ab 2010
Die Vereinbarung sieht vor, dass zwei Proton-Fahrzeugmodelle zu Elektroautos modifiziert werden und als Detroit Electric in den Verkauf gehen. Dezente optische Änderungen sollen Eigenständigkeit ausdrücken. Bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2010 soll der Verkauf in Europa und China starten, wenig später auch in den USA. Das Verkaufsziel im ersten Jahr liegt bei 40.000 Fahrzeugen, ab 2012 sollen es 270.000 Stück sein. Im gleichen Jahr sollen eigene Fabriken in Malaysia mehr als 400.000 elektrische Antriebe fertigen. Trotzdem sucht man weiterhin auch Partner in den USA und Europa, um das Modellangebot zu erweitern.

Zwei Varianten zur Auswahl
Auf Proton-Basis entstehen zunächst zwei Fahrzeugtypen mit unterschiedlicher Reichweite. Ausdrücklich wird betont, dass es sich um reine Elektroautos ohne Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer handelt. Das von Detroit Electric entwickelte System beinhaltet Lithium-Polymer-Batterien. Der 4,48 Meter lange Detroit Electric e63 basiert größtenteils auf dem Proton Persona. Der mit gleichem Radstand versehene, aber knapp 15 Zentimeter kürzere e46 mit großer Heckklappe beruht auf dem Proton Gen2. Das Leergewicht der Fahrzeuge bewegt sich zwischen 1.225 und 1.240 Kilogramm. Je nach Wunsch des Kunden variiert die Größe der Batterien: Die einfache Ausführung kommt auf 25 Kilowattstunden und soll für rund 180 Kilometer reichen. Mit Haushaltsstrom benötigt man zum Aufladen acht Stunden, bei Starkstromnutzung verringert sich die Zeit auf dreieinhalb Stunden. Zudem besteht die Möglichkeit einer Schnellladung auf 90 Prozent in zwanzig Minuten.

Günstige Preise
Eine höhere Reichweite von 320 Kilometer ermöglicht der Energiespeicher mit 40 Kilowattstunden Kapazität. Hier betragen die Ladezeiten 12,5 respektive fünf Stunden. Für die Schnellladung wird eine halbe Stunde veranschlagt. Alle Versionen besitzen den gleichen ,Magnetic Flux"-Elektromotor, der konstant 75 Kilowatt Leistung abgibt, als kurzfristige Spitze sind 150 Kilowatt möglich. Das maximale Drehmoment liegt zwischen 350 und 380 Newtonmeter. Beide Batterietypen sollen das Fahrzeug in unter acht Sekunden auf Tempo 100 bringen und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ermöglichen. Stets mit an Bord sind Front- und Seitenairbags. Je nach Ausrüstung bewegen sich die geplanten Preise zwischen 23.000 und 33.000 US-Dollar, umgerechnet 17.400 bis 25.000 Euro.

Detroit Electric: Comeback