SEMA 2008: Vier gepimpte Mercedes GLK stellen sich dem Besuchervotum

Großer Auftritt für das neue Mercedes-SUV auf der Tuning-Messe: Obwohl der GLK erst Anfang 2010 den US-Markt erobern wird, können die Besucher der SEMA-Show (4. bis 7. November 2008 in Las Vegas) schon bald vier aufwändig umgebaute Exemplare des Stuttgarter Softroaders begutachten und bewerten.

Deutscher Beitrag für Las Vegas
Aus deutscher Sicht am interessantesten: der GLK von Mercedes-Stammtuner Brabus. Wie bei den hauseigenen Offroad-Modellen üblich, nennt sich das schick gemachte SUV nach der Kur ,Widestar" und kommt mit einem umfangreich modifizierten Exterieur ins amerikanische Spielerparadies. Die um 50 Millimeter verbreiterte Karosserie mit weit ausgestellten Kotflügeln und seitlichen Entlüftungsschlitzen zieht die Blicke auf sich und verleiht dem umgebauten GLK einen eigenen Look. Zusätzliche Hingucker am Exterieur sind die neuen Front- und Heckstoßfänger, das LED-Tagfahrlicht sowie die Dachpositionslichter für vorne und hinten. Ulrich-J. Gauffrés, Leiter Forschung und Entwicklung bei Brabus, fasst zusammen: ,Unser Widestar unterstreicht die prägnant-charakteristische, von Ecken und Kanten geprägte Grundform der GLK-Klasse".

Offroader mit Onroad-Performance
Unter den breiten Radhäusern sorgen mächtige 21-Zoll-Felgen mit Reifen der Dimension 295/30 für die nötige Bodenhaftung. Die Fahrdynamik soll zusätzlich per Fahrwerkskit gesteigert werden. Es senkt den Aufbau des kernigen Schwaben um 30 Millimeter ab. Für die aktive Sicherheit ist eine Hochleistungsbremsanlage zuständig, welche die Power des leistungsgesteigerten V6-Turbodiesel jederzeit im Griff haben soll.

Öko-Power
Das Dreiliteraggregat stammt aus dem GLK 320 CDI und wird von Brabus auf 258 PS und 610 Newtonmeter gebracht (Serie: 224 PS, 540 Newtonmeter). Damit rennt der 1,9-Tonner in 6,9 Sekunden auf Tempo 100 und wird erst bei 240 Sachen von der Aerodynamik eingebremst. Trotz dieser beeindruckenden Leistung verspricht der Tuner vorbildliche Ökonomie und gibt den Durchschnittsverbrauch mit 8,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer an. Zudem soll das ökologisch korrekt gepimpte Triebwerk locker die strenge Euro-5-Abgasnorm unterbieten.

Nobles Ambiente
Auch im Innenraum haben sich die Mannen von Brabus ausgetobt: Über 50 Quadratmeter des kuschelweichen und sündteuren ,Mastik"-Leders wurden großzügig auf Sitzen, Türverkleidungen und Armaturentafel verteilt. Lackierte Holzapplikationen, das vierspeichige Sportlenkrad, der Fahrzeughimmel in schwarzem Alcantara und Alupedale runden das Bild ab. Für gute Unterhaltung sorgt die bordeigene Multimedia-Anlage, inklusive zweier Sieben-Zoll-Monitore in den Frontkopfstützen.

Amerikanische Konkurrenz
Die übrigen drei Kandidaten stammen allesamt aus den USA. Boulevard Customs aus Florida buhlt mit einem auf Show umgerüsteten GLK namens ,Urban Whip" um die Gunst der Fans. Der gigantische, vergitterte Kühlergrill und das kantige Frontstyling prädestinieren das Tuning-SUV ebenso zum gepflegten City-Cruisen wie die massiven 26-Zöller, die mit 295er-Reifen mit ultraflachem Querschnitt 25 bezogen sind. Die optische Wirkung der gigantischen Räder wird durch eine ebenso radikale Tieferlegung verstärkt: Die Boulevard-Customs-Mannen verringerten die Bodenfreiheit des Schwaben um ganze 64 Millimeter.

Ohrenbrecher
Auch das markerschütternde Hifi-System von JL Audio dürfte dank 5.700 Watt Musikleistung den Nerv der Tuning-Gemeinde treffen. Das auffälligste Merkmal dieses GLK ist allerdings das fehlende Dach und die Speedster-Optik mit gekappter Frontscheibe. Die Vorgabe für den Wettbewerb sah eine solch tiefgreifende Änderung zwar nicht vor, anhand der ersten Designskizzen erteilten die Entscheidungsträger bei Mercedes den US-Tunern allerdings umgehend die Freigabe für ihr gewagtes Projekt.

SUV-Rennwagen
Tuner RENNTech ließ sich hingegen von Pikes-Peak-Offroad-Rennwagen inspirieren und präsentiert mit dem ,Pikes Peak Rally Racer" eine konsequent auf Performance getrimmte GLK-Variante. Als zusätzliches Goodie hat der Mercedes mit Heckflügel im XXL-Format einen Hybrid-Antrieb an Bord. Der soll aber weniger der Umwelt als vielmehr der Fahrdynamik dienen, da die Elektromotoren auf Schubmaximierung konditioniert sind und den V6-Benziner unter Haube bei der Arbeit unterstützen.

Für Skater
Der vierte und letzte Kandidat kommt vom Autorestaurator Legendary Motorcar Company und nennt sich ,Rock Crawler". Mit Rammschutz, Zusatzscheinwerfern und grobstolligen Reifen gibt dieser GLK den harten Burschen und soll Trend- und Extremsportler begeistern. So baut der Tuner etwa ein Windensystem ein, das zum Schleppen eines Wake- oder Skateboarders gedacht ist, der dann stilecht über die eigens am Fahrzeug angebauten Metallschienen ,grinden" kann.

Abstimmen vor Ort oder virtuell
Wer nicht nach Las Vegas kommt, kann übrigens trotzdem für seinen Lieblings-GLK votieren: Erstens auf der LA Auto Show, auf der die vier Autos Ende November stehen werden, oder zweitens über die amerikanische Mercedes-Website (www.mbusa.com). Hier wird der Autobauer alle vier Modelle detailliert präsentieren und ein Online-Voting starten. Die Ergebnisse aus dem Netz und von den beiden Messen sollen dann addiert werden, um den endgültigen Sieger zu ermitteln.

Bildergalerie: GLK Tuner Challenge