Premiere für scharfe Studien vom Chevy Camaro bis zum Hummer H3

Krise? Welche Krise? Das könnte das Motto von General Motors (GM) auf der diesjährigen Tuningmesse SEMA in Las Vegas sein. Unbeirrt von Finanzmarktkrise und steigenden Ölpreisen zeigt GM vom 4. bis zum 7. November 2008 viele starke Autos, welche die Herzen aller V8-Jünger und PS-Freaks höher schlagen lassen.

Neuer Chevrolet Camaro als Messehighlight
Unbestrittener Star des GM-Stands dürfte die Neuinterpretation des Chevrolet Camaro sein. Das optisch an die Erstauflage aus dem Jahr 1966 angelehnte Fahrzeug soll ab Mitte Februar 2009 in den USA erhältlich sein. Die Preise starten bei 22.995 US-Dollar für das Basismodell mit Sechszylinder, der Camaro Super Sport mit V8 liegt bei 30.995 Dollar. Letzterer Betrag wären umgerechnet etwa 24.300 Euro. Das Sechszylinderaggregat leistet rund 300 PS aus 3,6 Liter Hubraum. Mitsamt der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung soll der Durchschnittsverbrauch bei 8,7 Liter auf 100 Kilometer liegen. Der Camaro Super Sport holt seine 428 PS aus 6,2 Liter Hubraum, die über sechs handgeschaltete Gänge auf die Hinterräder übertragen werden. Für beide Motorisierungen ist optional eine Automatik mit sechs Stufen erhältlich.

Vier Camaro-Studien auf der SEMA
Welche Möglichkeiten der neue Sportwagen bietet, zeigt GM auf der SEMA mit vier verschiedenen Studien. Der Camaro ist zudem das ,Official Car" der Show. Als Wochenend-Sportler gedacht ist das Camaro LS7 Concept. Das rot-schwarz lackierte Fahrzeug soll an die legendären COPO-Camaros erinnern. Diese wurden in den 1960er-Jahren in Stock-Car-Rennen eingesetzt. Unter der Haube des LS7 Concept arbeitet der namensgebende LS7-Motor mit rund 550 PS. Weitere Verfeinerungsmaßnahmen wie ein spezielles Lufteinlasssystem, eine spezielle Abgasanlage oder ein Hurst-Schalthebel werden zum Marktstart des Serien-Camaro als Zubehör angeboten. Das LS7-Aggregat wird dann auch einzeln inklusive vergrößertem Ölkühler erhältlich sein, etwa für private Fahrzeugprojekte.

Ein Camaro für Earnhardt Jr.
Der NASCAR-Star Dale Earnhardt Jr. ist als Fan alter Camaro-Modelle bekannt. Auf diesen historischen Flitzern aufbauend, hat er nun gemeinsam mit Chevrolet einen speziell gestylten Camaro geschaffen. Dieser basiert auf der V8-Version, deren Aggregat in Richtung E85-Tauglichkeit modifiziert wurde. Die Bremssättel der Firma Brembo und ein tiefergelegtes Fahrwerk betonen die rennmäßige Optik. An der in einer Kombination aus Grautönen lackierten Studie sticht speziell der Entenbürzel-Heckspoiler hervor.

Der Renn-Camaro
Bewusst für den Renneinsatz gestaltet wurde das Camaro GS Racecar Concept. Vorbild hierfür war der 1969er Camaro des Rennfahrers Mark Donohue, den dieser in der Trans-Am-Serie bewegte. Wie seinerzeit ist die moderne Studie in den Farben blau und gelb lackiert. Das Fahrzeug ist nach GM-Angaben ein früher Prototyp für die ,Grand Am Koni Challenge GS"-Rennserie. Schon im Jahr 2009 sollen Wagen ähnlich dem GS Racecar Concept auf die Piste gehen.

Black is beautiful
Wesentlich diskreter kommt das Camaro Black Concept daher. Wie der Name bereits verrät, spielt die Farbe Schwarz eine tragende Rolle. Die verdunkelte Optik soll die Studie in die Nähe der bekannten ,Tarnkappenbomber" rücken. Rotglühende Scheinwerfer mit abgesetzten Lichtringen verleihen dem Fahrzeug eine geheimnisvolle Note. Diese wird durch schwarze Alufelgen und abgedunkelte Scheiben betont. Auch der Innenraum ist schwarz gehalten, nur die Instrumente glühen rot.

Neues von Hummer
Obgleich die Zukunft von Hummer momentan eher ungewiss ist, zeigt die GM-Geländesparte drei Studien. Inspiration sei die Wüste rund um Las Vegas gewesen, so der Hersteller. Der H3T Weekend Warrior verfügt über eine Pick-up-Karosserie, auf deren Ladefläche eine Enduromaschine vom Typ KTM 450 SX-F Platz findet. Vorne arbeitet unter der Haube der bekannte 5,3-Liter-V8, dem zusätzliche 70 PS entlockt wurden. Die recht seriennahe Studie H3 X Concept richtet sich mit geschwärztem Chrom außen und besonderer Lederausstattung innen an eine luxuriös denkende Klientel. Das Hummer-Trio wird komplettiert durch das ,Alpha Four Wheeler Project Trailhugger". Dieses Fahrzeug wurde von einem US-Offroadmagazin auf hohe Geländetauglichkeit hin umgebaut.

Pontiac: Kraft unter der Haube
Mit drei Studien und einem neuen Aggregat stellt sich die GM-Tochter Pontiac in Las Vegas vor. Schon optisch extrem sportlich kommt das G8 GXP Street Concept daher. Der serienmäßige G8 GXP besitzt einen 6,2-Liter-Achtzylinder mit 415 PS, doch Pontiac legt bei der Studie noch einen drauf: Dank des neuen LSX454-Motors und 7,4 Liter Hubraum ergeben sich 647 PS und ein maximales Drehmoment von 813 Newtonmeter. Für angemessene Verzögerung sorgen die Bremsen aus dem Cadillac CTS-V.

Seriennahe Konzepte
Einen ziemlich seriennahen Blick auf eine Mischung aus Limousine und Pick-up gibt das G8 ST Concept. Das Endprodukt soll Ende 2009 zu den Händlern rollen. Die Studie besitzt einen Sechsliter-Achtzylinder mit 366 PS. Durch die ,Active Fuel Management"-Technologie können im Teillastbereich vier Zylinder abgeschaltet werden. Auf der Basis des neuen Solstice Coupé zeigt Pontiac eine Studie, die mit werksseitigen Tuningteilen versehen wurde. Unter anderem leistet der Zweiliter-Vierzylinder-Turbo 30 PS mehr und kommt auf 294 PS.

Mit Kraft aus der Krise