Europaweit wurden 13 Röhren untersucht, deutsche Kandidaten überzeugten

Alljährlich führt der ADAC seinen großen Tunneltest durch. Die nun veröffentlichten Ergebnisse für 2009 sind die besten seit der Einführung der Untersuchung vor zehn Jahren. Erfreulich aus deutscher Sicht: Die vier hierzulande unter die Lupe genommenen Röhren schnitten überzeugend ab: Dreimal gab es ein ,sehr gut", ein weiteres Mal ein ,gut".

Nur ein ,ausreichend"
Ähnlich positiv bewertet wurden acht weitere Röhren. Einzige Ausnahme mit ,ausreichend" ist der Schweizer Tunnel Vue-des-Alpes. Insgesamt 13 Unterführungen in vier Ländern hat der ADAC diesmal zusammen mit seinen Partnern im Rahmen von EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme) untersucht. In diesem europäischen Programm für mehr Tunnelsicherheit sind zwölf Automobilclubs zusammengeschlossen.

Warnowtunnel: Modernste Sicherheitstechnik
Aus deutscher Sicht lag der Fokus diesmal auf Stadttunneln: So wurden der Brudermühltunnel auf dem Mittleren Ring in München, der Schlossbergtunnel in Heidelberg, der Tunnel Flughafen Tegel auf der Berliner Stadtautobahn sowie der Warnowtunnel in Rostock bewertet. Der Letztgenannte erhielt Bestnoten, weil er über modernste Sicherheitstechnik verfügt. So gibt es eine Lüftung, Ampeln und Schranken vor den Portalen, eine Videoüberwachung, gut gekennzeichnete Rettungswege und ein automatisches Brandmeldesystem.

Helle Röhren im Brudermühltunnel
Ebenfalls einen Spitzenwert erreichte der Münchner Brudermühltunnel, der mit bis zu 109.000 Fahrzeugen pro Tag einer starken Verkehrsbelastung ausgesetzt ist. Lob gab es vor allem für die zwei sehr hellen Röhren mit ausreichend breiten Fahrspuren und Pannenbuchten in kurzem Abstand. Notausgänge sind alle 60 Meter vorhanden, dazu kommt eine moderne Videoüberwachung und ein laut ADAC sehr gutes Zusammenspiel von Betreibern und Einsatzkräften.

Gelungene Sanierung des Schlossbergtunnels
Beim Schlossbergtunnel in Heidelberg überzeugte die Tester die optimale Sanierung. Der einröhrige Veteran – 1862 ursprünglich als Eisenbahntunnel konzipiert – dient erst seit 1968 dem Straßenverkehr. Zwar fehlen Pannenbuchten neben den engen Fahrbahnen, dafür aber verfügt er über ein modernes Sicherheitskonzept mit Notfallmanagement, Brandschutz und Lüftung. Der Tunnel am Berliner Flughafen Tegel, der Start- und Landebahnen unterquert, hat sich nach einer Grundsanierung und Investitionen von gut 38 Millionen Euro zu einem hochmodernen Stadt- und Autobahntunnel gemausert. Trotz hoher Fahrzeugdichte und täglicher Staus erzielte die Röhre mit ihrer ständig besetzten Tunnelleitzentrale und dem optimalen Brandschutz ein sehr gutes Ergebnis.

Europaweiter Test
Außer in Deutschland waren die Tester auch in der Schweiz, Spanien und Kroatien unterwegs. Mit dem kroatischen Tunnel Tuhobić und dem spanischen Vielha erhielten zwei Kandidaten ein ,sehr gut", die früher schon einmal mit ,mangelhaft" bewertet worden waren. Das zeigt, dass die langjährige Testpraxis des Clubs ein starkes Bewusstsein für Tunnelsicherheit geschaffen hat. Das Ziel, gemäß der EU-Richtlinie von 2004 spätestens im Jahr 2019 sichere Röhren in ganz Europa zu gewährleisten, rückt damit näher. Dennoch gibt es laut ADAC bis dahin noch viel zu tun.

Bildergalerie: Wie sicher sind Tunnel?