Wilder Diesel-Hund für die Fans: Audi enthüllt A3-Studie beim Wörthersee-Treffen

Auch wenn Puristen sich wohl mit Schaudern abwenden: Mit einem Dieselmotor kann man im Jahr 2008 durchaus nicht nur an der Zapfsäule, sondern auch auf der Rennstrecke glänzen. Wie das funktioniert, hat Audi bereits vor zwei Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans demonstriert. Damals triumphierte mit dem Audi-R10-TDI-Prototyp erstmals ein Diesel-Fahrzeug beim legendären Langstreckenrennen an der Sarthe.

Mit Rennsportgenen
Kein Wunder also, dass die Ingolstädter im Rahmen des Wörthersee-Treffens vom 21. bis 25. Mai 2008 der Tuning-Gemeinde einen werksseitig heiß gemachten A3 mit TDI-Power präsentieren. Im Showcar A3 TDI clubsport quattro sorgt ein 2,0-Liter-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung und 224 PS für Vortrieb. Zudem erzeugt der Selbstzünder ein rekordverdächtiges Drehmoment von 450 Newtonmeter – und stellt dieses Maximum bereits bei 1.750 Touren zur Verfügung. Trotz hoher Leistung kommt auch die Umwelt nicht zu kurz: Der Vierzylinder erfüllt bereits die strenge Euro-5-Abgasnorm, die ab September 2009 gelten wird.

Fliegender Selbstzünder
Im Serien-Trimm erzeugt die Basis des Tuning-Diesels maximal 170 PS. Das Leistungsplus erreichen die Audi-Ingenieure unter anderem durch einen geänderten Turbolader mit überarbeiteten Turbinenschaufeln. Dank quattro-Antrieb dürfte der rot-weiße Flitzer auch keine Probleme haben, die gewaltige Kraft in Vortrieb zu verwandeln. Audi gibt für den Spurt auf 100 km/h eine Zeit von 6,6 Sekunden an – maximal soll der werksgetunte Audi 240 Sachen schnell rennen.

Tief, breit, hart
Die Umsetzung der motorischen Macht in hohe Kurvengeschwindigkeiten erledigt das eigens entwickelte Sportfahrwerk inklusive Aktivregelung ,Magnetic Ride". Dessen Abstimmung beschreibt Audi mit den Worten ,dediziert straff". Wahrscheinliche Übersetzung: ,knüppelhart". Zudem wurde der A3 im Vergleich zur Serie um ganze 36 Millimeter tiefer gelegt und auf 20-Zoll-Felgen mit Breitreifen der Dimension 265/30 gestellt. Für die negative Beschleunigung zuständig ist eine Sechskolben-Bremsanlage an der Vorderachse, die riesige Scheiben aus Kohlefaser-Keramik in die Zange nimmt.

Grell geschminkt
Für ein Wörthersee-Showcar reicht das aber natürlich noch nicht. Die Front wurde deutlich aggressiver gestaltet und angeschraubte Radhausverbreiterungen sowie ein ausladender Heckflügel sollen den Diesel-Audi optisch auf Rennsport trimmen. Aus der Heckschürze im Diffusor-Look schließlich schauen zwei armdicke Endrohre heraus. Der Innenraum wurde ebenfalls deutlich aufgepeppt: Mehrfarbige Rennschalensitze fixieren den TDI-Treiber hinterm abgeflachten Sportlenkrad, und das manuelle Sechsgang-Getriebe wird über einen massiven Metallknüppel in offener Kulisse bedient – der R8 lässt grüßen.

Audi A3 clubsport