Die High-End-Tuner bauen ihr erstes eigenes Auto

Die Firma hat sich darauf spezialisiert, Autos hochzupowern, die nicht mehr hochgepowert werden müssen: Novitec. Der bayerische Fahrzeugveredler macht sich an Ferraris und Maseratis ran – und stellt jetzt sein erstes eigenes Auto auf Semislicks. Der TuLesto arbeitet mit einem 777-PS-Triebwerk und wiegt gerade mal 1.260 Kilogramm. Nur elf dieser Supersportler werden in Stetten gebaut.

Außen Italien
Der TuLesto schützt sich mit einer Karbon-Haut, welche von einem Aluminium-Chassis getragen wird. Die fließenden Formen des Wagens stammen vom italienischen Design-Studio Luca Serafini Stile aus Modena. Und dort ließ man sich augenscheinlich stark vom Ferrari F430 inspirieren. Für den nötigen Abtrieb sorgen ein Venturi-Tunnel im Fahrzeug-Boden, ein Diffusor am Heck und ein sich über das Dach ziehender Luft-Tunnel. Der TuLesto ist 4,62 Meter lang, 2,04 Meter breit und gerade mal 1,22 Meter hoch. Novitec macht zur Fahrzeug-Grundlage zwar keine Angaben, aber die vermutete Basis, der Ferrari F430, ist kaum wiederzuerkennen. Hier leisten die Tuner saubere Umbau-Arbeit, vergleichbar mit Callaway. Diese amerikanischen Tuner modifizieren Corvette-Modelle so stark, dass sie auch nicht mehr als Corvette zu erkennen sind.

Extremer Leichtbau mit monströsem Motor
Der massive Einsatz von Karbon und Aluminium drückt das Gewicht des TuLesto auf die bereits erwähnten 1.260 Kilogramm. Angetrieben wird der exklusive Sportler von einem 4,4-Liter-V8 mit 777 PS, der in der Mitte des Fahrzeugs untergebracht ist – mit welcher Gewichtsverteilung der Wagen unterwegs ist, konnte uns Novitec auf Nachfrage nicht mitteilen. Und welcher Motor die Basis für das TuLesto Aggregat bildet, verraten die Novitec-Mannen zwar nicht, aber sehr wahrscheinlich handelt es sich hier um einen modifizierten F430-Motor. Mithilfe zweier Kompressoren wird der Treibsatz von 490 auf 777 PS hochgedrückt. So muss eine TuLesto-Pferdestärke gerade mal 1,62 Kilogramm Fahrzeug-Gewicht beschleunigen – ein ausgesucht guter Wert. Selbst ein Ferrari F430 Scuderia legt schon 2,45 Kilogramm auf ein PS. Allerdings gibt es Fahrzeuge, die den TuLesto locker deutlich unterbieten: Caterham RST-V8 (1,04), Ariel Atom 500 (0,89) und ein Caparo T1 Race Extreme lässt gerade mal 0,87 Kilogramm pro PS auf die Straße.

Schnelles Fahren wagen
Leichtes Auto plus gigantischer Motor? Entsprechend lesen sich die Fahrleistungen: In 22,6 Sekunden ist Tempo 300 erreicht, von Null auf 100 km/h geht's in 3,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei über 350 km/h. Über Karbon-Schaltpaddles gibt der Fahrer Schaltbefehle ans halbautomatische Sechsgang-Getriebe. Für den optimalen Rennstart ist eine Launch-Control mit an Bord. Eine Rennwagen-mäßige Straßenlage soll durch Doppel-Dreiecksquerlenker rundum gewährleistet werden. Um steile Rampen, wie sie beispielsweise Tiefgaragen-Einfahrten bieten, meistern zu können, lässt sich der TuLesto per Knopfdruck um 4,0 Zentimeter anheben. Verzögert wird der Bolide standesgemäß mit Keramik-Bremsscheiben. Als Bereifung stehen 20- und 21-Zoll-Walzen zur Verfügung. Hinten können die Semislicks bis zu 35,5 Zentimeter breit sein.

Ab 2010 zu unbekanntem Preis
Auch in der Kabine des TuLesto kommt jede Menge Karbon zum Einsatz. Selbst das Gestühl wird aus diesem harten Leichtbau-Material gefertigt. Die Sitzschalen werden in Breite, Formgebung und Polsterung individuell auf den jeweiligen Erstbesitzer angepasst. Im Laufe des Jahres 2010 will Novitec mit der Auslieferung der elf TuLesto beginnen. Den Preis ihres Prachtstücks wollen die Tuner nur den entsprechenden Käufern verraten.

Bildergalerie: Bayer im Italiener-Mantel