Ethanol aus brasilianischem Zuckerrohr ohne ökologischen und sozialen Makel

Bioethanol als Kraftstoff hat in letzter Zeit eine schlechte Presse. Der Biosprit soll die Kohlendioxid-Belastung und die Abhängigkeit vom Erdöl verringern, doch die negativen Aspekte dominieren in der Berichterstattung – vor allem die Vernichtung von Regenwald für die Ethanol-Plantagen und das ,Verkraftstoffen" von potenziellen Nahrungsmitteln.

Nachgewiesenermaßen korrekt
Zum Teil beziehen sich die Kritikpunkte nicht auf den Sprit als solchen oder seine Verbrennungseigenschaften, sondern auf die Art seiner Produktion. Hier will jetzt das schwedische Unternehmen Sekab gegensteuern. Die Firma will als weltweit erste Firma ökologisch und sozial korrekten Bioethanol liefern. Dabei will Sekab nicht Getreide oder Zuckerrüben aus Europa, sondern brasilianisches Zuckerrohr als Rohstoff verwenden. "Verbraucher und andere Interessengruppen benötigen Garantien, dass das Ethanol nachgewiesenermassen nachhaltig ist", erklärt Anders Fredriksson, Executive Vice President von Sekab.

Ganzheitliche Betrachtung
Zusammen mit brasilianischen Produzenten hat Sekab deshalb Kriterien für eine ökologisch und sozial wünschenswerte Produktion von Bioethanol entwickelt. Man geht sogar noch über die reine Herstellung hinaus und will den gesamten Lebenszyklus des Ethanols abdecken – von den Zuckerrohrfeldern bis zu seiner Verwendung im Auto. Die Kriterien stimmen mit Anforderungen von Organisationen wie den Vereinten Nationen, der EU und der Internationalen Arbeitsorganisation überein.

85 Prozent weniger CO2
So sind jegliche Form von Kinderarbeit, Sklavenarbeit und die Zerstörung des Regenwalds ausgeschlossen. Des Weiteren gibt es Anforderungen in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Arbeitsgesetze und Löhne. Die Ernte muss zu mindestens 30 Prozent mechanisiert Sein. Dieser Anteil soll sich bis 2014 auf 100 Prozent erhöhen. Was das Klima angeht, sollen die Anforderungen zu einer Reduzierung der CO2-Belastung durch die Landwirtschaft, die Verarbeitung und den Transport um mindestens 85 Prozent im Vergleich zu Benzin führen. Ein unabhängiges internationales Verifizierungsunternehmen soll alle Produktionseinheiten zweimal jährlich überprüfen, um sicherzustellen, dass die festgelegten Kriterien eingehalten werden.

Schon ab August in der Säule
"Die erste Zuckerrohrernte für verifiziert nachhaltiges Ethanol hat gerade begonnen", erklärt Anders Fredriksson von Sekab. In Schweden soll man schon ab August 2008 den Öko-Ethanol tanken können. In dem skandinavischen Land ist Bioethanol weitaus weiter verbreitet als bei uns. 90 Prozent des schwedischen Bioethanol-Sprits liefert Sekab.

Bildergalerie: Öko-Alkohol als Sprit