Noch 2008 werden 500 Elektro-Minis ausgeliefert

Die Elektrifizierung der Antriebsstränge schreitet in der Automobilwelt voran: Jetzt hat es Mini erwischt. Der rein elektrisch betriebene Mini E zeigt sich zum ersten Mal auf der Los Angeles Auto Show (21. bis 30. November 2008).

5.088 Lithium-Ionen-Akkus
Mini macht es wie Tesla: Als Energiespeicher kommt ein Lithium-Ionen-Akku-Paket zum Einsatz, welches sich aus 5.088 Einzelakkus zusammensetzt. Die Akkumulatoren sind keine Spezialentwicklungen, sondern versorgen normalerweise Laptops mit Strom. Die Mini-E-Batterie bietet eine Gesamtkapazität von 35 Kilowattstunden, wobei die Energie in Form von Gleichstrom mit einer Spannung von 380 Volt an den vorne quer eingebauten Elektromotor abgegeben wird. Um die dicke Batterie sicher unterzubringen, müssen die hinteren beiden Sitze weichen, dort macht sich jetzt der Energiespeicher breit. Und leicht ist so ein Speicher nicht: Der Mini E wiegt 1.465 Kilogramm, ein normaler Mini One bringt nur 1.135, also 330 Kilogramm weniger auf die Waage.

Laden mit Haushaltsstrom
Geladen wird der Mini E entweder mit normalem Haushaltsstrom oder über eine spezielle Ladestation. Unter Einsatz von 240-Volt-Strom dauert ein Ladezyklus acht Stunden. Kommt die spezielle Ladestation namens "Wallbox" zum Einsatz, reduziert sich die Ladezeit auf 2,5 Stunden. Die Wallbox gehört zum Lieferumfang des Mini E und wird in der Garage des Besitzers installiert.

240 Kilometer Reichweite
Mit einer Batterieladung kommt der Elektromini 240 Kilometer weit. Damit sortiert sich der Engländer zwischen dem Tesla Roadster (365 Kilometer) und dem Smart ed (100 Kilometer) ein. Allerdings soll sich die Reichweite durch geschicktes Einsetzen der Rekuperation – der Elektromotor arbeitet beim Abbremsen als Generator und speist Energie ins System zurück – um bis zu 20 Prozent erweitern lassen. 204 PS leistet das elektrische Herz des Mini, die 220 Newtonmeter maximales Drehmoment liegen ab der ersten Umdrehung an. So spurtet der Kleine in 8,5 Sekunden von null auf 100 km/h, beim krummen Wert von 152 km/h wird elektronisch abgeregelt. 152 km/h – das sind 95 Meilen pro Stunde, womit aus dem krummen Wert wieder ein gerader wird. Denn den Mini E werden erstmal nur Fahrer in den USA testen können.

In Küstenstreifen verleast
Kalifornien, New York und New Jersey werden als Erste in den Genuss des Mini E kommen. Dort wird der Wagen zu einem jetzt noch unbekannten Preis verleast. Online können sich Interessierte um einen Elektromini bewerben. Ob der in England und München gebaute Wagen auch nach Europa kommt, wird noch geprüft. Mittelfristig geht Mini von einer Serienproduktion des kleinen Stromers aus. Die Fahrer der ersten 500 Exemplare werden regelmäßig befragt, damit Mini die Erfahrungen der Elektro-Pioniere in weitere Entwicklungen einfließen lassen kann.

Silber-Silber
Optisch unterscheidet sich der Mini E von seiner mit Verbrennungsmotor betriebenen Basis am ehesten durch seine Lackierung. So wird die Karosserie mit einem Lack namens "Dark Silver" überzogen, das Mini-typisch andersfarbige Dach liegt unter einer Schicht "Pure Silver". Neben den seitlichen Blinkleuchten ordnen individuelle Seriennummern den Wagen in die Riege der ersten 500 Mobile ein. Außerdem taucht hier und da ein Netzstecker-Symbol mit einem "E" auf. Innen fehlen nicht nur die Rücksitze, auch der Drehzahlmesser musste weichen. Dort sitzt jetzt eine Ladestandsanzeige, der Ladezustand der Batterie wird in Prozentwerten angezeigt. Wird Strom entnommen, leuchten rote LEDs, bei Energieeinspeisung per Rekuperation entspannen grüne LEDs das Auge.

Neue Wartung
Da die Wartung des Elektro-Minis Hochvolt-Spezialisten und Spezialwerkzeuge erfordert, richtet Mini zwei neue Service-Punkte ein, jeweils einen an der Ost- und Westküste. Dort werden die Stromer alle 5.000 Kilometer oder sechs Monate durchgecheckt.

Minis erster Stromschlag