75 Prozent weniger Stickoxide und Nichtmethan-Kohlenwasserstoffe

Die dritte Generation des Nissan Cube steht kurz vor ihrem ersten Auftritt. Am 19. November 2008 wird das Stadtfahrzeug, das 2009 auch nach Deutschland kommt, auf der Los Angeles Auto Show vorgestellt. Mit dem Modell feiert auch ein innovatives Abgasreinigungssystem seine Premiere: ein Katalysator, der mit besserer Effizienz glänzen soll. Im Vergleich zu herkömmlichen Systemen halbiert der neue Kat den Einsatz an wertvollen Edelmetallen, so Nissan.

Platin und Rhodium in Katalysatoren
Platin und Rhodium sind seltene Metalle, die vornehmlich in der Autoindustrie benötigt werden. 50 beziehungsweise 80 Prozent der knappen Rohstoffe fließen in den Fahrzeugbau, den Löwenanteil findet man in Katalysatoren. Aufgrund ihrer chemischen Wirkungsweise reinigen diese Edelmetalle das Abgas von Verbrennungsschadstoffen wie Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und Kohlenstoffmonoxid. Bei der Katalyse reagieren diese zu ungiftigem Kohlenstoffdioxid, Wasser und Stickstoff. Dieser Vorgang findet an der Oberfläche der Edelmetalle statt.

Hitze: Reinigungseffizienz verschlechtert sich
In konventionellen Katalysatoren führen jedoch hohe Abgastemperaturen zur so genannten Clusterbildung. Unter der Hitzeeinwirkung verbinden sich die Edelmetalle zu größeren Strukturen. Die Folge: Die Gesamtoberfläche der katalytischen Metalle und dadurch auch die Reinigungseffizienz des Systems reduzieren sich. Um diesen negativen Effekt auszugleichen, wurde bisher der Anteil an Edelmetallen im Katalysator erhöht – eine simple, aber teure und ressourcenintensive Maßnahme.

Keine Clusterbildung
Die neue Nissan-Technik dagegen soll nach den Angaben des Herstellers die Clusterbildung verhindern. Die auf einem Träger aus Cerium-Oxid aufgetragenen Edelmetalle sind hier von einem Trennmaterial umgeben. Auch unter extremer Hitze blockiert das neue Material die Anhäufung der katalytischen Metalle. Mit weniger Materialeinsatz bleibt die Gesamtoberfläche damit groß und die Abgasreinigung effizient.

Weniger Edelmetall-Einsatz
Die Masse der im hochwirksamen Katalysator verwendeten Edelmetalle wurde von 1,3 Gramm auf 0,65 Gramm je Einheit halbiert. Gleichzeitig steigerte Nissan die Effizienz, sodass auch mit halb so viel Edelmetall 75 Prozent weniger Stickoxide (NOx) und Nichtmethan-Kohlenwasserstoffe (NMHC) emittiert werden.

Auch Renault bekommt den neuen Kat
Die hocheffiziente Technik wurde zudem mit Blick auf den erweiterten Einsatz im Rahmen der Allianz mit Renault entwickelt, sodass in Zukunft auch Modelle des französischen Partners mit dem neuen Abgasreinigungssystem ausgestattet werden. Darüber hinaus ist die Adaption auf Dieselmotoren vorgesehen und auch das Einsatzpotenzial in Bereichen außerhalb der Automobilindustrie wird sorgfältig geprüft.

Sauberes Abgas