Fiat und Magna signalisieren Interesse an der GM-Tochter

Die Entscheidung darüber, wer künftig bei Opel das Sagen hat, geht in die heiße Phase. Als erster Interessent führte Fiat-Chef Sergio Marchionne gestern Gespräche mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Abgewartet wird aber noch die Präsentation des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna.

Überbrückungsbedarf in Milliardenhöhe
Anders als bislang vermeldet, will Marchionne doch an allen vier deutschen Opel-Werken in Bochum, Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern festhalten. Allerdings unterstrich der Fiat-Boss, dass diese effizienter werden müssten, was sich auch auf die Anzahl der Beschäftigten auswirken werde. Seitens der Bundesregierung erfolgt noch keine Festlegung auf die Italiener, zunächst werde man den Magna-Vorschlag abwarten. Auf der Suche nach einer langfristigen Lösung im Interesse der Arbeitnehmer sollten potenzielle Investoren nicht mit Vorfestlegungen verprellt werden, so zu Guttenberg. Fiat wolle zwar ohne Schulden bei Opel einsteigen, dennoch bleibe ein Überbrückungsbedarf von fünf bis sieben Milliarden Euro. Eine Lösung dieses Problems könnten europaweit staatliche Bürgschaften und Garantien sein, so der Minister. Bundeskanzlerin Merkel hatte schon Ende März 2009 einen Investor gefordert, der eine langfristige Basis aufbaut.

Skepsis gegenüber Fiat
Marchionne verteilte bereits einen Seitenhieb an Magna: Ob eine Investition des Zulieferers mit Hilfe russischer Banken eine gute Lösung sei, würde er bezweifeln. Die Kritiker am Fiat-Einstieg befürchten einen unflexiblen Superkonzern aus Fiat, Opel und Chrysler. Zudem ist die Angst vorhanden, dass der US-Autobauer zur Belastung werden könnte. Als schwierigster Punkt wird die Überlappung bei den Produkten und den Absatzmärkten von Fiat und Opel gesehen. Gegner der Fusion sehen die Gefahr, dass die Italiener lediglich von Opels Zukunftstechnologie profitieren möchte und staatliche Hilfen für sich abzweigt. Die Befürworter sehen Fiat als kapitalstarken Investor. Zum Vergleich: Der Fiat-Umsatz im Jahr 2008 betrug 59,4 Milliarden Euro, bei Magna sind es 4,8 Milliarden. Allerdings musste der italienische Autobauer im vierten Quartal 2008 im Kfz-Bereich einen Rückgang von mehr als 19 Prozent hinnehmen. Der Konzernverlust im ersten Quartal 2009 beträgt 411 Millionen Euro. Positives konnte Opel vermelden: Der Marktanteil in Deutschland lag im April 2009 bei 10 Prozent, insgesamt wurden rund 38.000 Fahrzeuge mit dem Blitz neu zugelassen.

Was bringt Fiat für Opel?