Porsche holt Markensieg - Asiaten dominieren Kompaktsegment

Initial Quality Study, oder kurz IQS: So nennt das amerikanische Marktforschungsunternehmen J.D. Power and Associates seine alljährliche Auto-Zufriedenheitsstudie. Wie der Name verrät, geht es den Experten dabei weniger um die objektive Zuverlässigkeit eines Wagens, die etwa in den Pannenstatistiken diverser Automobilclubs ermittelt wird. Vielmehr interessieren J.D. Power die subjektiven Eindrücke der Neuwagenkunden, sprich: Wie glücklich und zufrieden sind die Besitzer mit ihren Fahrzeugen?

Gibt's hier ein Problem?
Zu diesem Zweck wurden auch im aktuellen Modelljahr über 81.000 amerikanische Konsumenten nach ihren Eindrücken gefragt. Die Marktforscher interessieren sich einerseits für Defekte und Totalausfälle, die innerhalb der ersten 90 Tage nach Neuwagenkauf auftreten. Andererseits möchten sie von den Kunden erfahren, wie es allgemein um die Ergonomie bestellt ist oder ob es Probleme bei der Bedienbarkeit von Standardfunktionen gibt (beispielsweise Scheibenwischer, Klimaanlage, Navi). Insgesamt werden 228 Kriterien abgefragt. Aus den Antworten errechnet J.D. Power Ergebnisse für die zahlreichen Unterkategorien, und die wiederum fließen in die Gesamtnote für ,Initial Quality" – frei übersetzt: Neuwagenqualität – ein.

Asiatischer Triumph
Traditionell tummeln sich in der Bestenliste zig Modelle, die Europäer dort nicht vermuten würden oder die in der alten Welt weniger bekannt sind. So holt etwa der Chrysler PT Cruiser den zweiten Platz in der Kategorie ,Small Multi Activity Vehicle" (kleine Mehrzweckfahrzeuge). Damit steht er kurioserweise in einer Gruppe mit dem Honda SUV CR-V. Ebenfalls Routine ist die Dominanz der asiatischen Hersteller im Bereich der Klein- und Kompaktwagen. Hier triumphiert wieder einmal Honda und heimst mit dem Fit (heißt bei uns Jazz) und dem Civic die Krone in beiden Kategorien ein. Deutsche Fahrzeuge finden sich erst ab der Kategorie ,Midsize Premium" in den Bestenlisten. Hier teilt sich die Mercedes E-Klasse den Klassensieg mit dem Infiniti M-Modell. Hinter dem Stuttgarter platziert sich der Audi A6. Auch der Ingolstädter teilt sich seine Position, in diesem Fall mit dem Lexus ES. Bei den großen Premiumautos (,Large Premium") kommt die S-Klasse von Mercedes auf den zweiten Platz – hinter dem Lexus LS.

Erfolg im Premium-Bereich
Im Sektor der Luxus-Sportwagen schneiden die Deutschen noch besser ab: Der Porsche 911 fährt mit einer fast perfekten Punktzahl den Sieg im Segment ,Premium Sporty Car" (Premium Sportwagen) ein. Sein kleiner Bruder Cayman sichert sich in der Kategorie ,Compact Premium Sporty Car" (Kompakte Premium Sportwagen) den zweiten Platz und muss sich nur dem Mercedes CLK geschlagen geben. Für das SUV Cayenne reicht es immerhin für den dritten Platz in der Gruppe ,Midsize Premium Multi Activity Vehicle", also mittelgroße Mehrzweckfahrzeuge.

Gesamtsieger: Porsche
Insgesamt kommt Porsche bei der Markenwertung auf den ersten Platz – und das zum dritten Mal in Folge. Auf den Positionen zwei und drei folgen die asiatischen Luxuslabels Infiniti und Lexus. Erst auf Platz vier steht mit Mercedes-Benz wieder ein heimischer Hersteller. Aus deutscher Sicht ebenfalls erfreulich: Audi macht in der Markenwertung den größten Sprung nach vorn und verbessert sich von Position 27 auf den zehnten Platz. Eine weitere gute Nachricht gibt's für VW: Mit dem Passat stellen die Wolfsburger in der J.P. Power-Studie das Modell, das seit 2007 die größten Qualitätsfortschritte gemacht hat. Und schließlich wird das Mercedes-Werk Sindelfingen mit dem ,Platinum Plant Quality Award", also der höchsten Qualitätsauszeichnung für ein Autowerk, geehrt. Hier entstehen die CL-, CLS-, E- und S-Klasse.

Bildergalerie: J.D. Power: Studie 2008