Für richtig Reiche: Limitierte und sauschnelle Sonderserie der Auto-Skulptur

Der Name der wahrscheinlich letzten Ausbaustufe der rollenden Design-Ikone Pagani Zonda ist Programm: Vom ,Cinque" werden die Norditaliener genau fünf Stück bauen, danach ist Schluss. Oder, wie Pagani selbst es formuliert: ,Nur fünf Exemplare für fünf wohlhabende Pagani-Liebhaber." So grausam kann sie eben sein, die Welt der Hypersportwagen. Der Zonda-Nachfolger (Codename: C9) ist zwar für das Modelljahr 2009 angekündigt, derzeit aber stellt der Cinque die letzte, theoretische, Chance dar, die eigene Exotensammlung um einen fabrikneuen Pagani zu erweitern. Theoretisch deshalb, weil natürlich auch dieses streng limitierte Sondermodell bereits vor Produktionsbeginn komplett ausverkauft ist.

Exklusivität kostet
Die Frage nach dem Preis ist also von vornherein überflüssig, ganz abgesehen davon, dass derjenige, der in dieser Luxusklasse von Geld spricht, sich das Objekt der Begierde wahrscheinlich eh nicht leisten kann. Im Fall des Cinque macht Pagani selbst zu Fragen des schnöden Mammons erst gar keine Angabe. Allerdings: Bereits der ,normale" Zonda F und sein offener Roadster-Bruder belasten das Playboy-Budget mit deutlich über 500.000 Euro. Angesichts der nochmals aufwendigeren Konstruktion, der verbauten Materialien und der schieren Exklusivität des Cinque dürfte der Über-Zonda wohl erst ab einer siebenstelligen Summe den Besitzer wechseln.

Raser-Traum in Karbon
Für dieses Investment gibt's nicht nur ein garantiert wertstabiles automobiles Lustobjekt, sondern auch einen verdammt schnellen und technisch brillanten Hypersportwagen. Für Vortrieb sorgt wie üblich ein mächtiger 7,3-Liter-V12, den Mercedes-Haustuner AMG beisteuert. Im Fall des Cinque schickt das zwischen Hinterachse und Fahrer lauernde Hubraummonster satte 678 PS und 780 Newtonmeter über ein automatisiertes Sechsgang-Getriebe auf die breiten Hinterräder. Und diese brachiale Power hat in einem Zonda traditionell leichtes Spiel: Schon das Basisfahrzeug ist dank exotischer Werkstoffe wie Titan und Kohlefaser ein sensationell leichtes Auto und bringt nur knapp über 1.200 Kilogramm auf die Waage. Trotzdem haben die Pagani-Ingenieure das Sondermodell erfolgreich auf Diät gesetzt. Neben Detailverbesserungen wie Felgen, Bolzen und Muttern aus Titan kommt beim Cinque der von Pagani eigens entwickelte Werkstoff Karbon-Titan zum Einsatz. Diese Maßnahmen drücken das Leergewicht auf 1.210 Kilogramm – 20 weniger als beim regulären Zonda.

Leichter Kurvenkünstler
Somit kommt der heiße Italiener auf ein Leistungsgewicht von 1,8 Kilogramm pro PS. Zur Einordnung: Im Porsche 911 GT2 muss jedes PS immerhin 3,0 Kilogramm in Bewegung setzen, und selbst beim Speed-Monster Bugatti Veyron schleppt jede einzelne der 1001 Pferdestärken knapp 1,9 Kilogramm Gewicht. Aufgrund der stark auf Abtrieb ausgelegten Aerodynamik – bei 300 km/h generiert der Cinque 750 Kilogramm Downforce – und des Verzichts auf Allradantrieb kommt der Italiener an die Fahrleistungen des Bugatti allerdings nicht ganz heran. Er beschleunigt in 3,4 Sekunden auf 100, die 200er-Marke fällt nach 9,6 Sekunden. Der Topspeed liegt laut Hersteller bei über 350 km/h. Die Stunde des Cinque schlägt allerdings in den Kurven: Obwohl er ohne Semislicks daherkommt, soll der heiße Flitzer Querbeschleunigungswerte bis 1,45 g erreichen.

Stopp!
Für die Kontrolle von soviel roher Kraft sind neben der ausgetüftelten Karosserieform ein verstellbares Öhlins-Fahrwerk sowie eine Keramikbremsanlage von Brembo zuständig. Dank gelochter Scheiben im Pizzateller-Format (Durchmesser: 380 Millimeter vorn und hinten) wirft der Zonda beim Stoppen den ganz großen Anker: Von Tempo 100 bis 0 vergehen 2,1 Sekunden, aus 200 km/h kommt die Flunder in magenumdrehenden 4,3 Sekunden zum Stehen.

Bildergalerie: Pagani Zonda Cinque