Hans-Joachim Stuck: ,Jeder Fahrer kann den Verbrauch deutlich senken"

,Das war meine härteste Tour. Aber ich habe gewonnen. Gegen Striezel Stuck und gegen die Tankuhr. Mit 2,91 Liter Durchschnittsverbrauch. Nur das zählt." Mit diesem Verbrauchswert hat der Extremtourenfahrer Gerhard Plattner eine spektakuläre Spritsparwette erfolgreich abgeschlossen. Die Herausforderung dabei: Ohne Nachtanken vom spanischen Seat Stammsitz in Martorell bei Barcelona bis nach Frankfurt zu kommen.

Verbrauch unter drei Liter gesenkt
Das Auto war ein serienmäßiger Seat Ibiza Ecomotive mit 80-PS-Dieselmotor und einem 45-Liter-Tank. Um die Strecke zu schaffen, musste Plattner den Normverbrauch des Seat von 3,7 auf 3,3 Liter Diesel drücken. Doch dem Fahrer gelang es sogar, den Durchschnittsverbrauch durch eine vorausschauende Fahrweise auf unter 3,0 Liter zu senken. Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck hatte gewettet, dass sein ehemaliger Rennfahrer-Kollege mit einer Tankfüllung nicht einmal die 1.345 Kilometer bis Frankfurt schafft. Dort sollte er eigentlich nachtanken.

Spritsystem verplombt
Gerhard Plattner war am 27. April 2009 in Spanien gestartet. Motorhaube und Tankeinfüllstutzen wurden unter Aufsicht der International Police Motor Corporation (IPMC) zuvor offiziell verplombt. Dann ging es auf die 1.562 Kilometer lange Strecke. Über Perpignan, Avignon, Lyon, Mulhouse, Freiburg und Frankfurt bis in die Göttinger Innenstadt. Dort löste Gerhard Zabbée, Präsidiumsmitglied des IPMC, offiziell die Siegel am Tank. Nachgefüllt wurden exakt 45,53 Liter. Und das ergab den amtlich bestätigten Minimalverbrauch von 2,91 Liter Diesel. ,Ich bin überrascht", sagt Stuck. Plattner: ,Es wäre ein noch besserer Wert drin gewesen, wenn es in der Nacht nicht geregnet hätte. Das Wasser auf der Fahrbahn baut sich wie ein Keil vor den Reifen auf, die der Wagen verdrängen muss. Und das kostet Kraftstoff."

Kein Schneckentempo
Die Frage, ob er die 1.562 Kilometer denn im Schneckentempo zurückgelegt hat, verneint der Spar-Profi mit Nachdruck: ,Auf den Autobahnen in Spanien und Frankreich bin ich meist 110 km/h gefahren. Und in den Kasseler Bergen waren es auch schon mal 130 km/h." Und wie hat er dann diesen traumhaften Verbrauchswert geschafft? Plattner: ,Mit zehn einfachen Kniffen, die wirklich jeder Autofahrer nutzen kann". Und das sind sie:

Zehn Tipps zum Kraftstoffsparen von Gerhard Plattner

1. Vorausschauend fahren. Auf der Autobahn das Auto kontinuierlich bewegen (,segeln" lassen), statt ständig stark zu beschleunigen und dann wieder stark abzubremsen.

2. Immer im höchstmöglichen Gang fahren. Auf der Autobahn möglichst lange im fünften oder sechsten Gang bleiben. Denn je geringer die Drehzahl, desto geringer der Verbrauch.

3. Motor aus an der Ampel. Bei jedem Stopp, der mehr als 20 Sekunden dauert, Motor aus.

4. Schnell aus dem ersten Gang. Den ersten Gang nur zum Anfahren nutzen. Schalten Sie nach etwa zwei Sekunden oder spätestens nach sechs Metern in den zweiten Gang.

5. Korrekten Reifendruck prüfen. Wer mit zu niedrigem Druck fährt, erhöht den Rollwiderstand der Pneus und damit auch den Verbrauch um bis zu zehn Prozent.

6. Den Motor nicht im Stand warmlaufen lassen. Selbst im kältesten Winter kann man mit modernen Autos gleich nach dem Einschalten der Zündung losfahren.

7. Fahrweise dem Gelände anpassen. Eine Bergauffahrt mit möglichst viel Schwung angehen. Der Motor muss dann weniger leisten und arbeitet entsprechend sparsamer.

8. Keinen unnötigen Ballast mitführen. Kofferraum entrümpeln. 100 Kilo Zusatzgewicht ,kosten" je nach Fahrzeug rund 0,7 Liter / 100 Kilometer.

9. Unnötigen Luftwiderstand vermeiden. Rad- oder Skiträger am Autodach verschlechtern die Aerodynamik. Eine Gepäckbox auf dem Dach erhöht den Verbrauch um bis zu 20 Prozent.

10. Einsatz der Klimaanlage beschränken. Eine mit Volllast laufende Klimaanlage erhöht den Kraftstoffverbrauch.

Wette gewonnen