Forschungsfahrzeug in Japan im Langstreckentest über 560 Kilometer

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Man tankt Wasserstoff und fährt beinahe lautlos, während aus dem Auspuff nur Wasserdampf kommt. Jedoch gibt es noch zwei große Probleme der Technologie: erstens die recht schweren Tanks, zweitens eine relativ geringe Reichweite. Speziell letzteres wirkt sich umso negativer aus, je weniger Wasserstoff-Tankstellen vorhanden sind.

Zehn Jahre Toyota-Brennstoffzellenforschung
Bereits seit dem Jahr 1997 forscht Toyota an Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Unter der Bezeichnung FCHV für ,Fuel Cell Hybrid Vehicle" wurden in den vergangenen Jahren diverse fahrfähige Prototypen entwickelt. Die aktuellen Fahrzeuge basieren auf dem in Japan erhältlichen SUV Toyota Kluger. Der bisherige FCHV-Prototyp erreichte eine Leistung von 90 Kilowatt und ein Drehmoment von 260 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 155 km/h. Diese Werte übernimmt auch das aktuelle Forschungsfahrzeug namens FCHV-adv, wobei das Kürzel ,adv" für ,advanced", also fortgeschritten steht.

Verbesserter Tank
Allerdings wurden beim FCHV-adv Veränderungen vorgenommen, um die Reichweite zu erhöhen. Die Tankkapazität stieg von 148 auf 156 Liter, gleichzeitig wurde der Wasserstoffdruck im Tank von 350 auf nun 700 bar erhöht. Als Folge konnte so die Transportkapazität verdoppelt werden. Desweiteren arbeitet man mit einer weiterentwickelten Rekuperation und reduzierte den Energieverbrauch der Zusatzaggregate. Außerdem wurde das Kaltstartverhalten der Brennstoffzelle verbessert, wodurch nun der Start und Betrieb auch bei Temperaturen unterhalb von minus 30 Grad Celsius möglich wird. Insgesamt spricht Toyota von einer Effizienzsteigerung um 25 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell.

Bis zu 750 Kilometer Reichweite
Um die gestiegene Reichweite zu demonstrieren, wurde eine Testfahrt von Osaka bis ins 560 Kilometer entfernte Tokio durchgeführt. Während der gesamten Tour waren elektrische Verbraucher wie Klimaanlage oder Radio in Betrieb, um die Bedingungen eines realen Kundeneinsatzes zu simulieren. Lag die bisherige Reichweite bei rund 320 Kilometer, so sollen jetzt bis zu 750 Kilometer nach den Bedingungen des japanischen Testzyklus möglich sein. Toyota strebt nun in Japan eine breit angelegte Kooperation mit Behörden, Energiekonzernen und Institutionen an, um die Praxistauglichkeit von Brennstoffzellen-Fahrzeugen weiter zu verbessern. Auch in Kalifornien laufen bereits diverse FCHV-Prototypen im Praxistest.

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