Vor Reisebeginn sollten die Systeme und Kosten gecheckt werden

Die Autobahnen werden voller und voller: Traditionell starten im Juli die meisten deutschen Bundesländer in die Sommerferien. Oft zieht es die Urlauber mit dem Auto ins europäische Ausland. Gerade hier muss genau auf das Thema Maut geachtet werden. Darauf weist der Automobilclub ADAC hin.

Billig durch Rumänien
Nun werden die meisten Autofahrer wissen, dass es in Österreich und der Schweiz sogenannte ,Pickerl" zum Anbringen an der Windschutzscheibe gibt. Doch schon die Preise der Vignetten differieren innerhalb Europa gewaltig. Im beliebten Transitland Österreich kosten zehn Tage 8,90 Euro, die Zwei-Monats-Maut liegt bei 25,90 Euro. Ein Jahr kostet 86,40 Euro. So gesehen sind die umgerechnet 38 Euro für ein Jahr Schweizer Autobahnen nicht viel. Aber hier gibt es ausschließlich Vignetten für ein Jahr. Ungünstig für alle, die nur ein bis zwei Tage die dortigen Schnellstraßen nutzen. Am günstigsten ist übrigens Rumänien: Dort kosten sieben Tage umgerechnet drei Euro.

Fast jeder rechnet anders ab
Die Kosten sind der eine Punkt, aber erschwerend kommen verschiedene komplexe Systeme zur Erhebung dazu. Wer etwa in die Pariser Innenstadt fahren will, muss hierfür mindestens drei Wochen zuvor online eine Umweltplakette bestellen. Länder wie Portugal und Polen setzen bei verschiedenen Streckenabschnitten auf elektronische Bezahlsysteme per Transponder, der gekauft werden muss. Die elektronischen Transponder gibt es ebenfalls für Italien, Frankreich, Spanien und Norwegen und sind auch für Touristen erhältlich. Beim Ausleihen eines Mietwagens sollte darauf geachtet werden. Für Ungarn, Rumänien und die Slowakei benötigen Autofahrer eine E-Vignette. Sie kann auch an der Grenze erworben werden, dort wird das Kennzeichen registriert.

Eine Kreditkarte lohnt sich
Eine zwingende Vorab-Registrierung im Internet ist für Abschnitte in England (London), Irland (Dublin) und Italien (nördlich von Mailand) notwendig. Gemeint ist im letzten Fall das neue Mautsystem Free Flow auf der Autostrada 36, das per Sensoren die Kennzeichen durchfahrender Fahrzeuge erfasst. Wer mit der Mautbox Telepass auf dieser Strecke fährt, braucht sich nicht mehr gesondert zu registrieren, weil per Box diese Gebühren einfach mitabgerechnet werden. Auch wer im Ausland mit Mietwagen unterwegs ist, sollte eine Kreditkarte dabeihaben. An vielen Mautstellen in Frankreich, Italien und Spanien kann nur so gezahlt werden. Apropos Mautstellen: Eine streckenbezogene Maut gibt es in Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kraotien, Polen, Portugal und Spanien. Auch in den Nicht-EU-Ländern Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Norwegen, Serbien, der Türkei und in Weißrussland wird per Entfernung abgerechnet.

Nicht an der Vignette sparen
Oft gibt es auch eine Sondermaut für Brücken, Tunnel und Pässe. Am bekanntesten dürfte die Europabrücke über den Brenner (A 13) sein, hier kostet die einfache Fahrt momentan neun Euro. In welchen Ländern gibt es eine Vignette? Bulgarien, Österreich, Rumänien, die Schweiz, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Wichtig bei geklebten Vignetten ist die richtige Anbringung, sonst drohen Bußgelder. Wer meint, ohne Vignette ,schwarzfahren" zu müssen, kann seiner Urlaubskasse teils deutlich schaden. Ab 120 Euro geht es in Österreich los, die Schweiz langt mit 190 Euro plus Vignettenkosten hin und in Slowenien drohen bis zu 800 Euro. Alle wichtigen Informationen zum Thema Maut finden Sie auch in unserer Bildergalerie.

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