ACE-Experte: Auch auf Opel-Fahrer kommen eventuell Schwierigkeiten zu

Der US-Autobauer General Motors (GM), wird wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden. Denn das Ultimatum von US-Präsident Barack Obama für einen tragfähigen Rettungsplan läuft aus. Betroffen von der Insolvenz ist auch, wer ein Fahrzeug von Opel, Saab oder einer der GM-Marken Cadillac, Chevrolet, Corvette und Hummer besitzt. Denn in der Zukunft sind Probleme mit der Herstellergarantie nicht ausgeschlossen, so Rechsexperte Volker Lempp vom ACE Auto Club Europa. Lempp antwortet auf die wichtigsten Fragen:

Sollten Besitzer von GM-Fahrzeugen jetzt etwas unternehmen?
- Lempp: Nein, jedenfalls nicht, solange das Auto wie gewohnt funktioniert. Doch auch bei Problemen mit dem Fahrzeug ändert sich vorerst nichts: Weiterhin ist der Händler, bei dem das Auto gekauft wurde, erster Ansprechpartner.

Behält die gesetzliche Gewährleistungspflicht noch ihre Gültigkeit?
- Lempp: Ja, denn die Gewährleistungspflicht liegt beim GM-Händler, nicht beim Hersteller. Mit dem Händler haben die Autobesitzer ihren Kaufvertrag abgeschlossen, in dem die gesetzlich geregelte Gewährleistungspflicht oder Sachmängelhaftung von zwei Jahren festgelegt ist. An diesem Anspruch ändert sich auch bei einer Hersteller-Insolvenz nichts. Schwierig wird es allenfalls, wenn der Händler keine GM-Bauteile mehr bekäme oder dicht machen muss.

Wie verhält es sich mit der Herstellergarantie?
- Lempp: Hier könnten Probleme auftreten. Wenn sich kein Investor findet und GM aufhört zu existieren, würde auch die Herstellergarantie wegfallen. Eine Herstellergarantie gewähren Autofirmen auf freiwilliger Grundlage oft für mehrere Jahre und knüpfen sie an bestimmte Bedingungen, etwa regelmäßige Inspektionen. Ohne GM-Rechtsnachfolger verschwinden auch diese Rechte und Garantieansprüche. Dass es tatsächlich zu einer solchen Lage kommt, erscheint aber eher unwahrscheinlich.

Wird es auch künftig GM-Ersatzteile geben?
- Lempp: Aller Voraussicht nach ja, weil die Absicht besteht, dass weiter produziert wird. Zudem haben die Händler eine Ersatzteilbeschaffungspflicht. Das bedeutet, dass der Händler sehen muss, wo er die Teile herkriegt. Der Haken dabei: Diese Pflicht ist nirgendwo geregelt, sie lässt sich lediglich in die Kaufverträge hineininterpretieren. Doch selbst, wenn GM seine Unternehmenstätigkeit komplett einstellen würde, wäre es möglich, dass die Lizenzen für Ersatzteile an andere Firmen verkauft würden. Schließlich sind Ersatzteile ein lukratives Geschäft.

Bildergalerie: Ersatzteil-Engpass?