Tipps zum sicheren Reisen mit Wohnmobilen und Caravans

Die Temperaturen steigen, die Röcke werden immer kürzer und die schönste Zeit des Jahres steht vor der Tür – die Urlaubszeit. Grund genug für etliche Erholungsbedürftige, das Reisemobil oder den Wohnwagen zu beladen und gen Süden zu düsen. Damit der Urlaubstrip nicht zum Desaster wird, geben wir in Zusammenarbeit mit dem Caravaning Industrie Verband Deutschland Tipps rund um das Thema Urlaub auf Rädern.

Fahrassistenzsysteme verhindern Unfälle
Vor allem PKW-Caravan-Gespanne sind laut einer Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen aus dem Jahre 2007 besonders sicher unterwegs. Der Untersuchung zufolge kamen in besagtem Jahr keine Insassen von Pkws mit Wohnwagen im Schlepptau zu Tode. Die Personenschäden lagen mit 44 je 100.00 zugelassener Caravan um 13 Prozent niedriger als noch vor zehn Jahren. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum kamen je 100.000 zugelassener Fahrzeuge 1.003 Personen bei Unfällen mit einem PKW zu schaden. Verantwortlich für die gesunkenen Unfallzahlen sind mitunter die neuen Fahrassistenzsysteme. Auflaufbremsen, Schlingerkupplungen und elektromechanische Stabilitätseinrichtungen verbessern das Fahrverhalten enorm.

Schweres Gepäck nach unten
Doch bereits zu Hause beim Einladen ist Köpfchen gefragt. Nur mit richtig verstauter Ladung bleibt das Fahrverhalten des beladenen Mobils stabil. So gehören zum Beispiel schwere Gegenstände in Bodennähe verstaut – bei Wohnmobilen zwischen den Achsen. Konservendosen und schweres Geschirr gehört in die Unterschränke der Küche, die Oberschränke gehören beispielsweise mit leichten Sachen wie Gewürzen befüllt. Ähnliches gilt auch für leichtes Gepäck wie etwa Kleidung. Bei frontgetriebenen Reisemobilen ist darauf zu achten, dass nichts Schweres ins Heck des Fahrzeugs geladen wird. Dies entlastet nämlich die Vorderachse und verschlechtert somit die Traktion. Zudem sollten Stauräume für große, schwere Gegenstände mit rutschfesten Gummimatten ausgelegt werden und die Ladung sollte man verzurren, damit bei Vollbremsungen und Ausweichmanövern nichts verrutscht.

Höhe beachten
Dachgepäck sollte nicht zu schwer sein. Zu viel Gewicht in luftigen Höhen verschlechtert die Fahreigenschaften extrem. Außerdem empfiehlt sich die Verwendung einer Dachbox, so ist die Ladung geschützt und muss nicht gesondert befestigt werden. Ganz wichtig ist auch die Überprüfung der neuen Fahrzeughöhe mit Gepäck. Nur so bleiben unangenehme Überraschungen bei Unterführungen und Brücken aus.

Verlängerter Bremsweg
Geht es dann endlich auf die Reise, gibt es ebenfalls noch Einiges zu beachten. Eine vorausschauende Fahrweise hilft zum Beispiel, Sprit zu sparen. Gewarnt werden muss vor allem vor dem Windschattenfahren hinter Lkws. Bei Vollbremsungen kommen diese trotz ihrer Größe recht früh zum Stehen und hinterherfahrenden Camping-Urlaubern droht ein Auffahrunfall. Bereits bei einer Erhöhung der Geschwindigkeit von 50 auf 60 km/h verdoppelt sich der Bremsweg beinahe auf das Doppelte.

So lenkt man richtig
Wir empfehlen, das Lenkrad mit beiden Händen in der Viertel-vor-Drei-Stellung zu greifen. Dabei wird die linke Hand auf der Neun-Uhr-Position und die rechte auf der Drei-Uhr-Position platziert. Nur so ist ein kontrolliertes Ausweichmanöver in beide Richtungen ohne Umgreifen der Hände durchführbar. Falls möglich, sollte das Lenkmanöver möglichst sanft ausgeführt werden. Ruckartige Bewegungen können zu einem Aufschaukeln des Gespanns oder des Reisemobils führen.

Einparken will gelernt sein
Bei wenig Erfahrung im Umgang mit großen Reisemobilen oder Pkw-Caravan-Gespannen empfiehlt sich außerdem, das Einparken und Rangieren bereits vor dem Urlaub auf einer ausreichend großen Fläche zu üben. Hier für eignen sich beispielsweise Supermarktplätze an Sonn- und Feiertagen. Für Interessierte bietet der Automobilclub ADAC Fahrsicherheitstrainings für Wohnmobile und Gespanne an. Unter www.adac.de/fahrsicherheitstraing erhalten Sie alle weiteren Informationen hierzu.

Bildergalerie: Ab in den Urlaub