Neues Elektroauto mit sensationell geringem Luftwiderstand

,Aptera": Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet ,flügelloser Flug". Besser kann man das neue kalifornische Stromauto kaum bezeichnen: Der Wagen ähnelt einem Kleinflugzeug von Cessna, dem man die Flügel abgehauen hat. Das Gefährt wurde auf einen möglichst geringen Luftwiderstand getrimmt. Während das derzeit in Sachen Luftwiderstands-Beiwert beste Serienmodell, das Mercedes E-Coupé, einen Beiwert von 0,24 aufweist, kommt der Aptera auf 0,15.

Leichter Zweisitzer mit Frontantrieb
Die neueste Version des Aptera, der Ende 2009 in Produktion gehen soll, nennt sich ,2e". Der Zweisitzer wiegt gerade mal 771 Kilogramm und steht mit einer Spurweite von 2,24 Meter enorm breit auf der Straße. Insgesamt kommt das Insekten-ähnliche Fahrzeug auf eine Länge von 4,39 Meter und bleibt 1,32 Meter flach. Seine Flügeltüren öffnen sich nach oben, sodass man direkt neben einem anderen Fahrzeug stehen und trotzdem noch aussteigen kann. Während die ersten Prototypen des dreirädrigen Aptera noch mit Hinterrad-Antrieb unterwegs waren, sorgen beim 2e die beiden Vorderräder für Vortrieb.

360 Volt Gleichstrom
Aptera arbeitet zwar auch an Fahrzeugen mit Hybrid- und reinem Benzinantrieb, aber der 2e kommt als reines Elektrofahrzeug daher. Sein Motor liefert ein Drehmoment von 149 Newtonmeter. Die 360-Volt-Lithium-Ionen-Akkus weisen je nach Modell eine Kapazität von 17 bis 22 Kilowattstunden aus. Damit soll der 2e über 160 Kilometer weit kommen und somit das ideale Pendler-Fahrzeug sein. Umgerechnet konsumiert der Wagen den energetischen Gegenwert von unter 1,2 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Von Null auf 96 km/h (60 mph) geht es in unter 10,0 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 145 km/h erreicht. Das Wiederaufladen der Batterien dauert an einem 110-Volt-Anschluss acht Stunden, bei einem 220-Volt-Anschluss verkürzt sich die Ladezeit auf vier Stunden.

Bereits 4.000 Vorbestellungen
Je nach Antrieb und Ausstattung soll der 2e umgerechnet zwischen 14.000 und 28.000 Euro kosten. Die Stromer sind mit Front-, Kopf- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer ausgerüstet und haben jede Menge Technik an Bord. So gibt es ein DVD-Navigationssystem und einen Multimediaanschluss. Selbst auf elektrische Fensterheber müssen die Passagiere nicht verzichten. Bereits 4.000 Kunden haben eine Anzahlung geleistet. Zunächst wird der Wagen nur in Kalifornien vertrieben, ab Ende 2010 ist er dann in den gesamten Vereinigten Staaten zu haben. Ob und wann das Fahrzeug nach Europa kommt, ist noch nicht bekannt. Allerdings wäre Europa als Absatzmarkt sicher interessant, immerhin will man in den nächsten fünf Jahren 100.000 Fahrzeuge verkaufen. Ab September 2009 nimmt Aptera mit dem 2e am Effizienz-Wettbewerb Automotive X Prize teil. In der Alternativ-Klasse für Fahrzeuge mit mindestens zwei Sitzen winkt ein Siegpreis von 2,5 Millionen Dollar – Aptera gehört zu den Favoriten.

2004 gegründet
Aptera wurde 2004 gegründet. Der Kalifornier Steve Fambro war von schweren Metall-Autos, die ständig mit Benzin voll gepumpt werden mussten, frustriert. Er wollte unbedingt ein leichtes windschlüpfiges Fahrzeug mit Elektroantrieb. Fambro trifft den Unternehmer und Bootsbauer Chris Anthony. Dieser hat Erfahrungen in Composite-Body-Systemen und ist von Fambros Idee begeistert. Die beiden wenden sich an Bill Gross, den Gründer des im kalifornischen Pasadena gelegenen Idealab. Dieses ,Labor" ist auf das Entwickeln von Geschäftsplänen spezialisiert. Mit Hilfe von Gross kam Geld zusammen und Fambro und Anthony versammelten ein paar junge Ingenieure um sich. Das Team hat nur ein Ziel: die Produktion des effizientesten Autos der Welt. Jetzt ist der 2e da.

Vom Winde geformt